Bücher über Tauben

Wenn mich ein Thema packt, dann heißt es: Berichte recherchieren,  Infos aufspüren, bis alle Quellen vollständig vor mir liegen, aus denen sich ein zufriedenstellendes Gesamtbild ergibt.

Zu meinen Quellen zählt nicht nur das Internet, dazu gehören auch Zeitungsberichte, Magazine, DVDs und – ganz wichtig –  viele der verfügbaren  Bücher über Taubenarten und Rassen, über Mythen und geschichtliche Hintergründe, kulturelle Verbindungen, Taubenhaltung und Taubenkrankheiten. Und nicht zu vergessen die heißen Diskussionen und kontroverse Ansichten in unseren Städten. Auf diese Weise hat sich in meinem Bücherregal eine richtig kleine Taubenbibliothek angesammelt. Einige Werke aus meiner Sammlung möchte ich dir kurz vorstellen – mal als Empfehlung, mal als Warnung.

Die besprochenen Taubenbücher habe ich wie folgt sortiert:

 

  1. Tauben allgemein
  2. Taubenkrankheiten
  3. Stadttaubenproblematik
  4. Taubenhaltung und Zucht
  5. Brieftaubenwesen

1. Allgemeines Wissen über Tauben

S. Fajiron Schäfer:
Die Geringsten unter uns
oder Tauben sind zum Küssen da (2019)

Tauben sind zum Küssen da - S. Fajiron Schäfer

 

In diesem sehr emotional und mit viel Liebe fürs Detail geschriebenen Buch einer  Stadttauben-Aktivistin kommt nahezu alles zur Sprache was Menschen, die sich täglich für Stadttauben einsetzen, bewegt und passieren kann.Das Buch teilt sich im Wesentlichen in drei Kapitel auf:

1. Wie Piebald & Co. mein Herz eroberten
2. Taubenprojekte
3. Informationen, Moralisches und Philosophisches

In zahlreichen anschaulichen Geschichten beschreibt die Autorin ihre ersten persönlichen Erlebnisse mit Tieren in der Kindheit, den Anfang ihrer großen Liebe für Tauben und Erfahrungen bei unterschiedlichen Fällen. Der Leser nimmt Teil an Talfahrten der Hoffnung und Verzweiflung. Und fühlt mit wie die Dankbarkeit von Pfleglingen als ständiger Antriebsmotor wirken können.

Wer selbst schon Tauben (Stadtauben, Ringeltauben) gepflegt und gepäppelt hat, wird sich mit größter Wahrscheinlichkeit darin wiederfinden – und dieses Buch lieben!!!

Andrea Dee:
Eine vergessene Leidenschaft –
Von Tauben und Menschen (1994)

 

Andrea Dee:Eine vergessene Leidenschaft: Von Tauben und Menschen

„Als ich ein Kind war, haben die Leute gesagt, dass einem der Staub, mit dem Tauben ihre Federn einpudern, durch die Nase direkt ins Hirn steigt, wie Rauschgift, und dass man nie mehr davon loskommt….“ Wow, was für ein Einstieg ins Thema. Die Veröffentlichung von Andrea Dee stellt für ganz klar ein wunderbares Kontrastprogramm dar zum vier Jahre später erschienenen Werk des Schweizer Wissenschaftlers Haag-Wackernagl über das Verhältnis von Mensch und Taube.

Das Buch ist genauso informativ, zudem wurde es ungemein herzlich und humvorvoll geschrieben. Allein das amüsante Kapitel über das Los heimlich agierender Taubenmütter und -väter (Fütterer), die selbst von ihren Lieblingen immer wieder bloßgestellt und oft in Verlegenheit gebracht werden, war mir schon fast die Investion wert. Damit wird es für immer wohl eins meiner Lieblingsbücher über Tauben bleiben.

Leider ist das tolle Buch im Handel schon lange vergriffen. Doch man findet gebrauchte Exemplare in Amazon oder mit etwas Glück noch viel günstiger in Antiquariaten angeboten.

Daniel Haag-Wackernagel:
Die Taube: Vom heiligen Vogel der
Liebesgöttin zur Straßentaube (1998)

 

Die Taube von Daniel Haag-Wackernagel

Bekanntlich gehört der Basler Biologe und Taubenabwehrexperte Daniel Haag-Wackernagel  zu den umstrittensten Persönlichkeiten – vor allem wegen seiner zweifelhaften Studien zur Dezimierung von Tauben-Hotspots durch Nahrungsentzug. Das großformatige Buch, das vor zwanzig Jahren erschien,  behandelt dieses Reizthema glücklicherweise nur am Rande.

Den Fokus legte der Autor auf eine historisch-kulturelle Betrachtung der Mensch-Tauben-Beziehung im Laufe mehrerer Jahrtausende. Du erfährst Dinge über Tauben, Taubenkenner noch nicht wissen oder auch nur vermuten. Ich behaupte mal, auch solche, die Tauben züchten und halten. Zum Beispiel, wie die Taube als Symboltier durch die Kulturen des klassischen Altertums bestanden hatte, angefangen bei den alten Babyloniern und wie sie sie einst als heiliger Vogel im  ganzen vorderen Orient verehrt wurde: Die Rolle und religiöse Bedeutung von Tauben im Judentum, in altgriechischen Mythologie sowie bald darauf im Christentum als Symbol des Heiligen Geistes. Die weitere Reise führte  in die Neuzeit, als die Taube für Botendienste eingesetzt wurde und endet in der Nachkriegszeit und mit der traurigen Los der Stadttauben.


Gerhard Rösler:
Die Wildtauben der Erde – Freileben, Haltung und Zucht (1996)

 

Wildtauben der Erde von Gerhard Rösler

Das Buch entstand ursprünglich im Jahr 1974 als ein einzigartiges Lexikon über die Vielfalt und Haltung. 300 weltweit existierende Wild- und Ziertauben  werden – zumeist in Wort und Bild – vorgestellt und beschrieben . Du findest nahezu alle wichtigen Merkmale: Eine Gefiederbeschreibung, die typischen Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen sowie Besonderheiten von geographischen Rassen.  Verbreitungskarten zeigen die Konzentration und Verteilung sowie die  Gefährdung von Tauben und erforderliche  Schutzmaßnahmen. Ei n weiteres Thema ist daher auch die Taubenzucht in den wichtigsten Grundzügen: Geschlechtsbestimmung, Verpaarung, Nistplätze und Nestunterlagen, Brut, Schlupf, Aufzucht der Küken und Absetzen von Jungtauben. Dazu gesellen sich Informationen über die  Ernährung, Haltung und Domestizierung von Wildtauben: Ankauf, Transport, Eingewöhnung und Unterbringung , Hygiene etc. Selbst   die verwilderte Haustaube bekommt zumindest eine kurze Erwähnung.


2. Wissen über Taubenkrankheiten

Werner Lüthgen:
Taubenkrankheiten (3. Auflage, 2006)

Taubenkrankheiten von Werner Lüthgen

Und leider gibt es nicht viele Tierärzte, die sich mit Tauben wirklich gut auskennen. Bestimmte Krankheiten von Tauben können jedoch zu  ernsten Problemen führen, mit denen sich Taubenhalter und alle, die sich mit Tauben intensiver beschäftigen, daher frühzeitig auseinandersetzen sollten.  Das Buch richtet sich  in erster Linie an Taubenzüchter und Tierschutzvereine, die kranke oder verletzte Tauben medizinisch versorgen müssen. Mithilfe des Buchs können sich bestimmte Taubenkrankheiten leichter bestimmen lassen wissen, als gute Entscheidungshilfe, wann ein Tierarzt erforderlich ist und wann eher nicht. Dazu findet man Tipps und Tricks für den Fall der Fälle, zum Beispiel die Erfordernisse  einer Immunprophylaxe, Erkennen und unterstützende Behandlung der Paramyxovirose (PMV), Hilfe gegen Hygieneschädlinge,  Informationen über  Antiparasitika und Antiinfektiva sowie die dazu gehörigen gesetzlichen Bestimmungen.

Da ich auf meinen wöchentlichen Taubenrundgängen immer mal hilfsbedürftigen Tauben begegne , deren Gesundheitszustand  mehr oder weniger kritisch ist, habe ich mich entschlossen, mir das Buch quasi als Erste-Hilfe-Ratgeber zuzulegen.


3. Informationen über die Stadttaubenproblematik

Viktor Wiese:
Stadttauben im Griff -Populationsmanagement – artgerecht und erfolgreich (2016)

Stadttauben im Griff von Viktor Wiese

Das Buch Ratgeber soll als ein Ratgeber dienen, für alle, die an einer artgerechten und tierfreundlichen Lösung sogenannter Taubenplagen in den Städten interessiert sind. Der Autor baut im Buch auf seine eigenen Erfahrungen und versucht, Neueinsteigern eine solide Wissensgrundlage vermitteln. Zum Beispiel: Was Verantwortliche für ein städtisches  Taubenprojekt im Vorfeld wissen und bei der Umsetzung berücksichtigen müssen, damit die gesteckten Ziele des Populationsmanagements wunschgemäß realisieren werden können: Standortwahl und Einrichtung eines Taubenhauses, Betreuung des Schlags, Eieraustausch und Fütterung.

Elisabeth Heidrich:
Minimalinvasive endoskopisch gestützte Sterilisation männlicher Stadttauben (Columba livia forma urbana) als Maßnahme zur Populationsregulierung (2014)

Elisabeth Heidrich: Minimalinvasive endoskopisch gestützte Sterilisation männlicher Stadttauben

Eins vorneweg, die Doktorarbeit von Frau Elisabeth Heidrich über die Sterilisisation von männlichen Stadttauben findet man auch als kostenlosen Download im Internet. Ich habe mir das Buch dennoch besorgt, um es als kompaktes Nachschlagewerk griffbereit zu haben. Obwohl die Taschenbuchausgabe auch schon einige Jahre zurückliegt, hat der Inhalt nichts an Aktualität und Brisanz verloren. Denn seit Mai 2019 starten mehrere Kastrations-Pilotprojekte in Deutschland – leider auch in Düsseldorf. Dass die Kastration (korrekt Sterilisation) männlicher Stadttauben nicht so einfach und effektiv ist, wie von den Verantwortlichen versprochen wird und schon gar nicht vergleichbar ist mit der Kastration von Hund und Katze, weil die chirurgischen Eingriffe deutlich mehr Risiken (tödlicher Ausgang der OP) und Nebenwirkungen (z. B. Hungertod zurückgelassener Küken) haben, das alles wird bei der Lektüre des Buch ziemlich deutlich. In der Arbeit geht es um einiges mehr als nur um die wissenschaftliche Betrachtung der Kastration. Man erfährt man Wissenswertes über die Abstammung der Stadttaube, deren Verhaltenweisen und Populationsdynamik. Dazu erhält man einen Überblick über die Ursachen von Stadttaubenproblemen sowie die unterschiedlichen Lösungsansätze mit Pros und Contras. Und da es sich ja um eine Dissertation handelte, findest du entsprechende Literaturzitate  aus einer Vielzahl internationaler Quellen – natürlich auch die Methoden des allseits bekannten Daniel Haag-Wackernagel.

 


4. Wissen über Taubenhaltung und Taubenzucht

Dietmar Köhler:
Tauben – Ernährung und Fütterung (2017 – 2. Auflage)

Dietmar Köhler: Tauben - Ernährung und Fütterung

Hierbei handelt es sich um ein informatives und zugleich verständlich geschriebenes Fachbuch mit umfassenden Empfehlungen zur artgerechten und gesunden Ernährung von Tauben. Zur Zielgruppe gehören an erster Stelle Taubenzüchter und ambitionierte Taubenhalter. Interessant ist das Werk auch für Päppler und Betreuer von Stadttaubenhäusern und idealerweise ansonsten beratungsresistente Stadträte, die meinen und verbreiten, dass Stadttauben ausreichend vom Nahrungsangebot in unseren Städten leben könnten. Jetzt noch die Infos zum Autor aus dem Klappentext:

„Dr. Dietmar Köhler ist langjähriger passionierter Züchter verschiedener Taubenrassen. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig im Bereich Klein- und Labortierzucht und -haltung und zuletzt wissenschaftlicher Leiter für extensive Tierhaltung in der Landesanstalt für Landwirtschaft in Iden (Sachsen-Anhalt). Seine beruflichen Erfahrungen und Kenntnisse sind die Grundlage für dieses ausführliche Fachbuch.“

Günter Stach:
Taubenzucht -Ratgeber für die Praxis (2.Auflage, 2018)

Taubenzucht von Günter Stach

In Amazon las ich: Ein Standardwerk und ein Muss für Taubenzüchter. Nun ja, ob dem tatsächlich so ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Erstens, weil ich keine Tauben züchte, sondern mir lediglich ein wenig Grundlagenwissen über die Anforderungen bei der Taubenhaltung aneignen wollte. Zweitens, weil mir auch Vergleiche fehlen.  Ich finde aber, dass Inhalte für Einsteiger recht ansprechend aufgearbeitet sind und dass eigentlich drin steht, was ich erwartet hatte. Angefangen von der Felsentaube, von der Haustauben bekanntlicherweise abstammen über den Aufbau einer Zuchtanlage, Haltung, Fütterung und Pflegetipps, Methoden Tauben anzupaaren, Brut und Aufzucht – Sinne und Verhalten bis hin zu Ausstellungen Taubenzüchterverbänden.  Zwischendurch bekam ich  immer wieder mal das Gefühl, dass bestimmt noch viele Fragen offen bleiben werden, zumindest bei denen, die sich wirklich tiefer mit der Taubenhaltung beschäftigen müssen. Positiv fand ich allerdings, dass in dem Werk von Günter Stach kaum von Selektion geschweige denn Ausmerzen die Rede ist. Auch Taubenrezepte findet man glücklicherweise hier nicht!


Heinrich Mackrott: Tauben halten (1996)

Was für ein gefühlsduseliger Einstieg: “ Viele Menschen haben das Bestreben sich mit der Natur….zu verbinden, denn wir sind alle Teil der Natur…“ Kurz gesagt, das Buch finde ich einfach furchtbar: Wie der Title schon sagt,  geht es um die  Hobby-Zucht von Rassetauben – aber als ein rein zweckmäßiges Hobby ohne irgendwelche Empathie für Tauben als fühlende Kreaturen. Dr.Heinrich Mackrott,  seines Zeichens Ernährungswissenschaftler und  Taubenexperte (60 Jahre Erfahrung in der Taubenzucht) vom alten Schlag,  fasst im ersten Kapitel zusammen, was Einsteiger so alles Rassetauben wissen sollten: Wildtauben und Herkunft von Haustauben, Körperbau, Stoffwechsel, Eigenschaften, Kondition und Fähigkeiten usw.

Im zweiten Kapitel folgen der Taubenschlag und die Voraussetzungen für die Taubenhaltung, bei der der Züchter stets seine Ziele im Auge behalten und kein Pardon kennen soll : Der Leser erfährt Grundlegendes über die  Fortpflanzung von Tauben und Gesetzmäßigkeiten aus der Vererbungslehre – z. B. dominante, intermediäre  und rezessive Eigenschaften usw. und erhält  einen Überblick über  Taubenkrankheiten und eine Einweisung in Zuchtziele und die erfolgreiche Zuchtpraxis. Diese besteht aus Strategien bei der Verpaarung , Umgang mit Inzucht , es geht um die Bewertung von Küken, Jungtauben und um die Kriterien bei der „notwendig strengen“ Auslese aller Tauben, die es – schon wirtschaftlich gesehen – nicht wert sind, weiter gehalten (durchgefüttert) zu werden, von denen man also sich besser trennen sollte – je früher desto besser.  Bei der Lektüre wurde mir fast schlecht: Dort geht es um Zuchtziele und Vermeidung von Zuchtfehlern – ohne mit der Wimper zu zucken: Die Bewertung der Tiere sollte man von Beginn an nur gesetzten Zuchtzielen folgen, um sich später auf Ausstellungen und im Wettflugsport gegen die Konkurrenz entsprechend durchsetzen zu können.  Die entsprechenden Organisationen und deren Aktivitäten werden vorgestellt. Hobby-Schlachtern und Gourmets unter den Taubenhaltern verrät Herr Mackrott ausführliche Tipps  beim Zubereiten von selektierten Tauben, gefolgt von einer Rezeptliste. Bon Appétit?  Sicherlich nicht!


Dr. Heinrich Mackrott: Tauben züchten (1997)

Zielgruppe sind wieder Menschen, die Taubenzucht als Freizeitbeschäftigung betreiben wollen. Das zweite Buch des promovierten Experten ist nach meinem Eindruck also eine Art Fortsetzung oder Vertiefung von „Tauben halten“. Es gibt zwar Überschneidungen, aber anstelle der Pflege eines Taubenbestandes wurden in diesem Werk Zuchtaspekte mehr in den Fokus gesetzt – angefangen von Körperbau und Physiologie der Taube über die Futteraufnahme und dem Stoffwechsel,  bis hin zur Entstehung und Weiterentwicklung von Taubenrassen, welche in zehn Gruppen unterschieden und einzeln vorgestellt werden. Die  Grundlagen der Vererbung und Genetik in der Praxis nehmen den größten Teil des Buches ein.


5. Wissen über das Brieftaubenwesen

Margrit Lipczinsky Helmut Boerner: Brieftauben (2011)

Buch über Brieftauben | Ulmer Verlag

„Kleine Helden der Lüfte“ werden sie genannt, ganz typisch für die Sichtweise und Denke der Mitspieler im sogenannten Brieftaubensport. Auf diese Weise wird versucht, Menschen für das Taubenhobby zu faszinieren. Man schaut dem Züchter über die Schulter und soll ein Brieftaubenjahr hautnah erleben. Von der Anpaarung und Aufzucht über Jung- und Alttaubentraining, die Reisesaison und Preisflüge bis hin zu Aufgaben in Herbst und Winter. Der Leser erfährt  mehr über die besonderen Orientierungsfähigkeiten der Taube, bekommt Versorgungspläne an die Hand erhält die notwendigen Informationen über das Betreiben eines Taubenschlags, die Gesundheitserhaltung der Tauben, das Training und andere sonst wichtigen Aspekte im Alltag eines Brieftaubensportsfreundes.

Werner & Wolfgang Molzahn:
Brieftauben sind meine große Liebe! (2019)

Ich hätte es besser wissen sollen, aber ich hoffte, in dem Buch endlich nicht nur Zuchtweisheiten sondern vielleicht auch ethische Ansätze des Brieftaubenwesens kennenzulernen. Leider wieder einmal Fehlanzeige. Der Titel des Buchs bezieht kaum auf die Liebe zur Taube als fühlendes Wesen, sondern vielmehr geht es in  55 ausgewählte Mini-Vorträge über die Liebe zu speziellen Champions, die ihrem Herrn zu Preisen und Ehre verhalfen. Zum Beispiel „Blacky der Kämpfer“, der eine Goldmedaille bei einem Langstreckenflug von 770 Kilometern gewann und in späteren Jahren für ruhmreichen Nachwuchs sorgte, u.a. „Red Bull 1009“. Man lernt „Blue First“ kennen – eine Taube, die Herr Mohlzahn vor dem Kochtopf rettete und die seitdem zum Dank vor ihrem Herrn und Gebieter immer ein Tänzchen aufführte. Und so weiter und so fort. Ähnlich wie die unsägliche Champions-Serie von Ernst Nebel besteht das Werk der Mohlzahn-Brüder zu 99% aus Lobhudelei über die eigene Leidenschaft mit Brieftaubenzucht und -reisen das eigene Ego zu befriedigen. Außer dem Verlust von Hoffnungsträgern durch böse Raubvögel steht da kein Wort über die Schattenseiten dieses Hobbies. Und bis auf einen Ernährungstipp (das 5-Tage-süppchen-schönheis-und-formkur) bleibt Insiderwissen, von dem auch Stadttaubenfreunde etwas dazu lernen könnten, außen vor. Kurzum: Ein Werk von Taubenzüchtern und Spielern für Gleichgesinnte. Für mich war es natürliche rausgeworfenes Geld. Aber wie schon gesagt: Ich hätte es besser wissen sollen.