Versorgt Düsseldorf nun auch Stadttauben ?

Düsseldorfer Stadttauben im Winter 2021

Seit vergangener Woche, als nach vielen lauwarmen Jahren wieder ein eisiger Winter einsetzte, kommt es doppelt so hart für unsere Stadtvögel. Die Lockdown-Bedingungen, wo deutlich weniger Menschen unterwegs sind und dazu jede Menge  Schnee, Eis und tagelang extrem frostige Temperaturen bis zu 10 Grad minus.

Darum wurde ich auch (so oft ich kann) wieder etwas aktiver, um die Not der Stadttauben etwas helfen zu lindern. Trotz Kälte wird mir immer wieder warm ums Herz, denn es gibt doch viele Plätze, wo wirklich gut verteilt wird.  An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an alle, die so großzügig Körner spenden.

 

Stadttauben im Hofgarten - Februar 2021
Ein hungriger Schwarm im winterlichen Hofgarten

 

Arg betroffen  vom Winter sind natürlich nicht nur Tauben, sondern ebenso alle anderen Vogelarten: Gänse, Enten, Kragensittiche und nicht zuletzt die vielen Singvögel. Leider auch im Hofgarten, wo wenigstens für die Wasservögel eigentlich ausreichend Unterstützung bereit stehen sollte. Ein fataler Irrtum meinerseits!

Margarete Bonmariage, die mit über 80 Jahren immer noch fast jeden Tag das Schwanenhaus im Hofgarten betreut, sprach zur derzeitigen Situation Klartext: „Die Menschen kommen hierhin, aber nichts passiert. Kaum Spenden, keine Hilfe. Sind die blind? Jetzt ist es besonders wichtig, dass man was für die Vögel tut – und  nicht nur die Tauben, alle haben Hunger.  Aber kein Mensch denkt daran.“ Wenn einer in dieser Hinsicht Bescheid weiß, dann sie! Darum durfte ich – ausnahmsweise! – sogar direkt vor dem Schwanenhaus abladen – eben weil dort die wenigen schneefreien Plätzchen sind. Danke an Margarete Bonmariage.

Am Karnevalssonntag zog ich mit einer langjährigen Freundin gemeinsam eine eine Runde durch Hofgarten, durch die Altstadt und entlang der Rheinuferpromenade. Immer wieder sahen wir Einzelgänger, die im verzweifelt Schnee herumpickten – darunter auch diverse Jungtauben, die zwar fliegen können, aber dennoch einen fürchterlichen Eindruck auf uns machten. Am Burgplatz waren dann wie erwartet deutlich mehr Tauben unterwegs. Und wie das so mal so ist: Füttert man eine oder zwei, dauerte es nicht lang, bis die Kumpels aus allen Ecken angeflogen kamen und ruck zuck der ganze Hungerschwarm beisammen war. Leider hatten sich vor Ort aber auch die Ordnungshüter ziemlich dicht aufgestellt. Obwohl deren Fokus wohl eher die Einhaltung der AHA-Regeln betraf, riskierte ich es lieber nicht, direkt vor  deren Augen den ganzen Sack auszuleeren. Aber einfach aufgeben wollte ich auch nicht.

Im Beisein meiner Begleitung sprach ich eine junge Dame vom Ordnungsamt an und fragte sie ganz naiv, ob sie sich bitte mal einen Moment umdrehen wolle, damit ich die hungrigen Tauben weiter versorgen konnte. Bitte was? Ihre stahlblauen Augen blitzten mich vorwurfsvoll an. Nein, das ginge ja mal gar nicht, erklärte sie mir, die Tauben würden von der Stadt Düsseldorf versorgt.Und ich dürfte (sagte sogar „bitte“) nicht füttern. Hey, hatte ich wohl irgendetwas verpasst? Ich hakte nach und wollte wissen, seit wann das denn so wäre und wer dafür verantwortlich wäre. Ja, hieß es, an bestimmten Stellen würden die Tiere von einer Vogelfrau versorgt wären. Das sagte die Beamtin todernst, kein Scherz….  äh…meinte sie vielleicht damit Frau P. ?

Ich gab mich recht ungläubig und zeigte auf den hektischen Schwarm hinter mir. Diese Tauben müssten der Dame wohl entgangen sein, gerade wohl ernährt sahen sie schon gar nicht aus. Die Antwort: Tieren seien eben immer irgendwie hungrig, aber sie würden versorgt. Ich könnte gerne selbst bei der Behörde anrufen und mich erkundigen. Alles sei in bester Ordnung. Schluss mit der Ansage.

Ich war sprachlos. Glücklicherweise hatte ich eine Zeugin dabei, die mir versicherte, dass ich das alles nicht nur geträumt hatte. Darum werde  ich die nächsten Tage  wirklich beim Ordnungsamt anrufen. Vielleicht ist da ja was dran.

Problem Taubenkot? Mein Senf dazu!

Staddtauben hinter dem HBF Düsseldorf im Januar 2021

Vor einigen Wochen erhielt ich zu einem recht alten Artikel über eine verschnürt Taube, die ich 2018 im Hofgarten sicherte und bei mir pflegte, einen Kommentar von einem Schädlingsbekämpfer aus Hamburg.

„Ich finde es sehr schön, dass du die kranke Taube versorgt hast. Mensch und Tier sollten in Frieden miteinander leben. Bei uns in Hamburg ist es leider nötig, an einigen Orten Tauben zu bekämpfen. Der Kot ist ein Problem. Ich mag die Tiere auch sehr.“

Da ich meine Beiträge zwar nicht für Kommentare freigebe, aber dennoch nicht ignorant sein möchte, nehme ich zu diesem Problem hier noch einmal Stellung.

Zunächst einmal: Alle Lebewesen müssen verdauen. Auch wir Menschen, wann immer wenn die Notdurft überkommt – seit den Lockdowns in Parks auch öffentlich häufig auch sichtbar wie Hundehäufchen. Gänse und Enten verrichten ihr Geschäft. Krähen tun es. Elstern und viele andere Vögel natürlich auch. Aber hauptsächlich werden Tauben darüber definiert, dass sie alles vollkacken und Menschen damit gefährlich werden können. Das ist nicht fair!!

Wusstest du eigentlich, dass es immer noch Menschen gibt, die Taubenmist als wertvollen Dünger im eigenen Garten verwenden? Somit könnte der sogar nützlich sein, wenn man Bedarf hat.

Nun ja, Taubenkot kann ein ästhetisches Problem werden, was je nach Auge des Betrachters mehr oder weniger schwer wiegt. An dieser Stelle muss ich allerdings hinzufügen, dass der Kot eine er gesunden Taube kinderleicht entfernt werden kann. Es handelt sich um feste Gebilde, für die allenfalls ein Taschentuch oder einer kleine Wasserdusche erforderlich wäre.

Selbst wenn das nicht ein Mensch erledigt, würde der nächste Regen das Problem wegwaschen können. Anders verhält es sich mit flüssigem Hungerkot oder oder Durchfallerkrankungen. Solche Kleckse sind hässlich, aber sicher kein Grund, die Tiere zu bekämpfen, wenn endlich die seit Jahren empfohlenen und geforderten Maßnahmen der artgerechten Populationskontrolle praktiziert werden würden. Davon gibt es seit vielen Jahren ein wissenschaftiches Gutachten , das beweist, dass

Taubendreck keine Gebäudesubstanz angreift.

Meines Wissens nach geschieht das in Hamburg genauso so wenig wie in Düsseldorf. Stadttauben, die sich von Fritten oder anderen Essensresten ernähren müssen, schwächeln und werden krank. Sie sind Körnerfresser und keine Allesfresser wie etwa Krähen. Insofern könnte sich das Stadttaubenproblem ändern, wenn die Einstellung der Menschen eine andere wäre. Punkt.

Die meisten Staddtauben haben keine Reservate, sie sind quasi obdachlos und können sich nur für ihr Familienleben nur noch an Orte zurückziehen, wo sie doch wieder Menschen „nerven“: Parkhäuser, Brücken, manchmal auch Balkone. Dass Hinterlassenschaften zurückbleiben, ist ganz normal. Aber Tauben regen sie viele Menschen auf. Weil es eben Tauben sind. Im Gegensatz ist Taubenkot längst nicht so übel riechend wie vielleicht unser eigener oder die Tretminen von Hunden. Soviel zum Ärgernis, jetzt zu möglichen Gefahren.

Tatsächlich bilden sich in Taubenkot bilden, wenn er er nicht nicht entfernt wird und sich über einen längeren Zeitraum ansammelt, Schimmelpilze wie den Aspergillus, die gesundheitliche Schäden verursachen können. Das ist richtig, Schimmelpilze sind für unterschiedlichste Krankheitsbilder verantwortlich. Allerdings entstehen sie längst nicht nur im Taubenkot, sondern auch in diversen anderen Nährmedien, wie beispielsweise Blumenerde.

Und lassen wir bitte mal die Kirche im Dorf. Ich kenne keinen der Menschen, die genauso wie ich über viele Jahre täglich engen Kontakt mit Tauben haben, die an der von Schädlingsbekämpfern häufig genannten Aspergillose erkrankt waren.

In meiner Jugend war ich oft in alten Ruinen unterwegs, wo Tauben nisteten. Zu Hause reinigte ich regelmäßig die Käfige, in denen kranke Tauben untergebracht waren. Ich setzte mich dem sogenannten „Risiko“ mehr als genug aus. Nach den Asthmaproblemen in 2019 selbst ließ ich mich auch auf die gefürchtete Pilzerkrankung untersuchen. Negativ! Stattdessen stellte man eine neue Kreuzallergie fest, die nun leider auch Vogelfedern betraf. Das sind Fakten.

Allerdings hat diese Vogelallergie nicht direkt etwas mit Tauben zu tun, sie betrifft nahezu alle Vogelarten. Hätte ich einen Wellensittich zu Hause, wären die gleichen Probleme auf mich zugekommen. 

 

 

Rückblick und Perspektiven

Heute ist Winteranfang, der 21-Dezember. Heute ist ein Tag, der ein großes Ereignis am Himmelszelt verspricht, wenn sich die Planeten Saturn und Jupiter zu einem leuchtenden „Weihnachtsstern“ verbinden. So nah wie heute waren sie sich seit vielen Jahrzehnten nicht. So fern wie jetzt waren sich die Menschen nicht, solange ich in dieser Welt lebe.

Mit 2020 geht für mich persönlich ein Jahr zu Ende, das ich am liebsten ersatzlos aus meinem Leben gestrichen hätte. Es begann damit, dass wegen meiner Vogelallergie alle erhofften Versuche mich vor Federstaub zu schützen, scheiterten.  Ich musste akzeptieren, dass ich  nie wieder Taubennotfälle mehr bei mir beherbergen kann ohne wieder Asthma und Husten zu riskieren. Meine Wohnung ist einfach zu klein, einen separaten Raum habe ich nicht.

Dann kam der erste Corona-Lockdown und gleich damit Ärger in der Nachbarschaft wegen Tauben, die sich auf dem Dach aufhielten und manchmal auch wegen Revierrangeleien ordentlich prügelten. Winterkörner, die ausgelegt hatte, flogen dabei in hohem Bogen auf den Balkon des Nachbarn unter mir. Manche davon landeten tatsächlich bei ihm in der Kaffeetasse. Davon habe ich mich persönlich überzeugt. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, überlegte ich mir eine Inhouse-Lösung bei geöffnetem Küchenfenster. Glücklicherweise klappt die Strategie ausgezeichnet. Eine echte Win-Win-Lösung für alle Beteiligten. Mein Nachbar beruhigte sich, die Freunde werden satt und ich habe dadurch (bislang) keinen Stress mit der Allergie.

zwei Jungtauben auf der Fensterbank

Nach meinem Desaster im Hofgarten zog ich es vor, die Hotspots, wo sich auch viele Menschen  versammeln zu meiden. Stattdessen unternehme ich seitdem längere Spaziergänge durch die Stadt und am Rhein, wo kleine Gruppen, Pärchen und ebenso Einzelgänger, die gerade auf Futtersuche waren, gründlich bedienen konnte.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Berliner Allee hinter dem Martin-Luther-Platz
  • Carlsplatz in Richtung Rheinufer, vor allem die Umgebung der Schulstraße
  • die gesamte Rheinnuferpromenade
  • Inselstraße un Seitenstraßen
  • Duisburger Straße und Seitenstraßen
  • Seitenstraßen rundum den Spichernplatz
  • Rheinpark Golzheim
  • und, und, und….

Kurzum: Wenn du etwas  für den nächsten Spaziergang einpackst, wirst unterwegs das meiste davon los, denn solche „Nischen“ für die Füterung gibt es  an allen Ecken und Enden in der Stadt.

Stadttauben am Rheinufer

 

Positiv fiel mir bei meinen Spaziergängen immer wieder auf, dass es in der Altstadt  beherzte Gastronomen oder auch  Passanten gibt, die die Not der Tiere erkennen und hier und dort (manchmal auch gekochten) Reis mit Erbsen bereitstellen. Solche Kost ist nicht für Tauben gewiss nicht ideal, aber immerhin besser als Pommes oder Salami – oder eben gar nichts.

gekochter Gemüsereis

Denn seit dem verschärften Lockdown ist damit natürlich auch Schluss. Folglich hat sich das Futterangebot außerhalb einiger regelmäßiger Versorgungsplätze wieder deutlich verschlechtert, so dass ich nach Einbruch der Dunkelheit immer noch Tauben, die so hungrig sind, dass sie verzweifelt an Bordsteinen und im Sand vor Bäumen herumpicken. Sobald man ihnen Körner zuwirft, stürzen sie sich mit weit ausgebreiteten Flügeln darauf.

Es ist zu erwarten, dass der Lockdown noch bis Ende Januar andauern wird. Das Gute an der Maßnahme ist wohl, dass keine Vögel durch die Silvesterböllerei zu Schaden kommen werden. Hoffentlich kommen Menschen in ihrem Frust nicht noch auf irgendwelche verrückten Ideen, mit denen man gar nicht rechnet

 

 

Begegnung mit Stadttauben im Herbst 2020

Das schöne Wetter im Herbst lädt ein zu ausgiebigen Spaziergängen mit gut gefüllten Taschen für meine gefiederten Freunde. Allerdings gibt es eine grundlegende Planänderung, um einen Rückfall in die fatale Situation, die mir im Fühjahr widerfahren, von vornherein auszuschließen.

Wenig bleibt so wie es einmal war

Seit der traumatischen Begegnung mit der Polizei im Hofgarten, habe ich meine Strategie geändert und besuche weniger die Hotspots, sondern schaue nach Tauben, die abseits größerer Schwärme auf Futtersuche sind. Das hat auch einen Vorteil. Der neue Blickwinkel zeigt neue Fütterungspotenziale, an die ich vorher gar nicht dachte. Es beispielsweise ganz hungrige Tauben rund um die Oberkasseler Rheinbrücke, auch unten an den Parkplätzen. Es lohnt sich also, auch dort regelmäßgi vorbei zu schauen.

Tauben am Rheinufer

 

Aber auch die Rossstraße gehört beim morgendlichen Weg zum Bäcker nach wie vor zu meinem Revier. Allerdings passiert es dort öfter, dass schon ein guter Mensch vor mir da war, so dass die Tauben dort keinen großen Bedarf mehr haben und viele sich nicht mehr von den Außenfensterbänken des alten Finanzamt herunterbitten lassen.

Stadtauben Düsseldorf Rossstraße

Eine Ausnahme mache ich jedoch: Ich drehe keinen Bogen um das Revier von Sir Henry, sondern halte immer die Augen nach meinem guten alten Freund auf, um ihn mit und natürlich einer fetten Portion Erdnüssen zu beglücken. Ich weiß, dass man damit vorsichtig sein sollte, aber dem alten Knaben schlage ich solche Wünsche natürlich nicht ab.

sir henry in düsseldorf

Nervige Handycaps hören nicht auf

Abgesehen von Unannehmlichkeitenseit der Coronakrise, die ja mit vielen Menschen teilen muss, stelle ich leider fest dass 2020 irgendwie gar nicht mein Jahr ist. Kaum hat sich meine Stimmungslage während meiner Zeit in Benrath so weit gebessert, dass ich – hochmotiviert – auch wieder meine Taubenaktivitäten aufnahm, meldet sich eine neue Schmerzzone. Diesmal sind es die Schultergelenke, die mich erneut einschränken. Die Diagnose: Impingement-Syndrom, wobei  sich – wahrscheinlich als Folge jahrelanger Fehlbelastung bei der Bürotätigkeit –  ein Engpass im Schultergelenk bildet, der schmerzhafte Entündungen nach sich zieht.

Auf diese Weise ist es mir leider unmöglich, an Nothilfeaktionen teilzunehmen. Schweren Herzen musste ich die Düsseldorfer Gruppe davon unterrichten, dass ich so lange ausfallen werde, bis die Schulter wieder schmerzfrei ist.

Tauben-Notfall in Düsseldorf melden

laufunfähige Taube Altstadt

Heute möchte ich mich an die lieben Menschen wenden, die nicht an verletzten oder kranken Tauben vorbeilaufen, sondern erkennen, dass sich das Tier möglicherweise in höchster Not befindet und Hilfe gerufen werden muss. Verständlicherweise befindet nicht jeder Zeuge dann auch in der Lage, selbst eine verletzte oder kranke Taube einzufangen oder ggf. diese zum Tierarzt zu bringen. In dem Fall ist eine schnelle Notfallmeldung die beste Lösung.

Was gehört zu einer Notfallmeldung?

Ganz wichtig ist es, dass ein Notfall zu präzise wie möglich dokumentiert ist, bevor er dem Tiernotruf oder in Facebook gemeldet wird. Da heute fast jeder eh mit Smartphone unterwegs ist, ist es kein Problem ein Foto von der betreffenden Taube zu machen. Noch viel besser ist es aber, ebenso weitere Bilder vom Ort des Notfalls und eine kurze Beschreibung (Bahnhof + welches Gleis,Straße + Nummer Platz + welche Ecke etc) mitzuschicken sowie Zeitangabe nicht zu vergessen. Liegen solche Informationen den jeweiligen Nothelfern vor, können sie sich vor Ort schnell orientieren und effektiver suchen, für den Fall, dass die gemeldete Taube doch noch in der Lage war sich irgendwie wieder fortzubewegen.

Denn leider passiert es häufiger, dass der erste Noteinsatz vergebens war, weil die Taube nicht mehr gesichtet werde konnte. Dann sitzt man da und wartet, sucht die ganze Umgebung ab. war Einsatz vergebens? Nein, ganz und gar nicht. Glücklicherweise sind Tauben sind von Natur aus nicht nur ortsgebunden sondern folgen in der Regel auch feste Tagesstruktur, nach der sie sich wann und wo auf Futtersuche begeben.  Damit kommt nun der Zeitpunkt ins Spiel, an die gemeldete Taube, gesehen wurde  Nothelfer können daraus ableiten, wann es am ehesten wieder Sinn macht, die Notfallstelle erneut zu besuchen.

 

Laufunfähige Taubein der Düsseldorfer Altstadt
Beschreibung: Verletzte Taube in der Altstadt, Marktstraße rechts am Bordstein neben Straßencafé, Ecke Flingerstraße, gegenüber Düsseldorf Tourismus

Es kam mehrmals vor, dass ich nach bestimmten Humpeltauben mehrere Wochen Ausschau hielt, bis ich sie endlich finden und sichern konnte. Wieder und wieder wartete ich an der ursprünglichen Notfallstelle und sucht die Umgebung ab. Denn auch eine Taube, die kaum noch laufen oder fliegen kann, wird weiter in ihrem Revier nach Futter suchen müssen. Es klappte nicht immer, aber der Einsatz hat lohnte sich auch in anderen Fällen um so mehr, z.b. wenn man nach einer endlich erfolgreichen Sicherung erkennt, dass die Taube in ihrem Zustand nicht mehr lange durchgehalten hätte.

Persönliche Corona-Krise und neue Einsichten

Liebe Taubenfreunde,

auch auf die Gefahr hin, selbst in die Schublade „Covidioten“ gesteckt zu werden, möchte euch erklären, warum ich in den letzten Wochen verstärkt Beiträge zu Hygienedemos etc. poste und zu einer Demo für Frieden und Freiheit nach Berlin gefahren bin. Letzteres war für mich die vielleicht die beste Entscheidung in diesem äußerst schwierigen Jahr.

Über die Demo am 29.08.2020

Am 29.08.2020 war ich in Berlin, um mir mein eigenes Bild zu machen. Von den Vorgängen bei den Kundgebungen. Was ich dort sah und was in den Medien über den Tag berichtet wurde, sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Lächerlicher Aktionismus von Wenigen wurde hochgekocht bis zum Geht-nicht-mehr – während relevante Ereignisse und aussagefähige Programmabschnitte komplett unter den Tisch fallen gelassen wurden.

Wo sah bitte sah man eine solche Perspektive in ARD, ZDF….


Video im gesicherten Datenschutzmodus aktivert: Abschlussrede zur Querdenker 711 Kundgebung von  RA  Markus Haintz.

In keinem Fall leugne ich Corona Covid 19!

Ich kenne persönlich Betroffene und ich beachte die erforderlichen Hygieneregeln. Wegen meines Asthmas leide ich manchmal unter der Gesichtsmaske, aber ich trage sie trotzdem in Bussen, Bahnen, Geschäften etc. Genauso desinfiziere ich meine Hände, wenn ich unterwegs war und wann immer es erforderlich ist.

Und wer mich kennt, weiß, dass ich mit Sicherheit keine rechte Gesinnung habe. Ganz im Gegenteil, ich bin seit 2017 Mitglied der Partei V3. Wo diese steht und wofür ich stehe, kann jeder gerne hier nachlesen.

Rückblick zum Beginn der Krise

Wie sich viele von euch sicher noch erinnern werden, brach infolge des Lockdowns in Düsseldorf eine entsetzliche Hungersnot unter Tauben und anderen Stadtvögeln aus. Während in anderen Städten wie beispielsweise Köln das Fütterverbot gelockert wurde, ignorierte der Düsseldorfer OB Geisel vermutlich jedwede Schilderung der Notlage. Denn auch mein Schreiben blieb bis heute unbeantwortet. Taubenfüttern war und ist in Düsseldorf nach wie vor eine Ordnungswidrigkeit.

Tauben verdrecken das Stadtbild und sind eine Plage. So steht es regelmäßig in der Presse. Daran wird nicht gerüttelt. Selbst in der Corona-Krise zieht die Stadtbehörde ihre Verordnung rigoros durch und duldet keine Ausnahme. Wer dagegen verstößt, wird verwarnt oder auch zur Kasse gebeten.

In einem ähnlichen Maß wird seit dem Shutdown auch mit Menschen umgangen. In den Leitmedien wird verbreitet, dass nur strenge Hygieneregeln uns vor einer zweiten Welle schützen könnten. Inwieweit diese Behauptung stimmt, wird von der Mehrheit viel zu wenig hinterfragt.

Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, müssen sich jederzeit mit einem Attest ausweisen. Ansonsten gelten sie als Verweigerer und ein Bußgeld wird fällig.

Ich selbst besitze ein solches Attest, das ich noch nicht anwenden brauchte. Nur mein behandelnder Arzt, der wirklich kein Corona-Verweiger ist, tat sich mit der Formulierung des Textes äußerst schwer – und zwar aus Sorge vor rechtlichen Folgen aufgrund eines Berichts in der Tageschau:

https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/aerzte-maskenpflicht-103.html

Das kann doch nicht wahr sein, oder?

Nervenzusammenbruch nach Tauben-Nothilfe

Auch am zweiten Lockdown-Wochenende im März trug ich beim Taubenrundgang im Hofgarten bei der Suche nach verletzten Tauben eine FFP-2 Maske. Wegen meiner Allergie, damals gab es noch keine Maskenpflicht. Der Hofgarten war  wie zuvor schon gepostet – nahezu menschenleer. Zum Zeitpunkt des Geschehens war ich weit und breit allein und wollte Tauben fotografieren.

Ich stellte meinen Rucksack mit den Utensilien für Notfälle zur Seite auf eine der Bänke und fotografierte aus verschiedenen Perskektiven die zugeflogenen Tauben. Unbemerkt fuhr derweil ein Streifenwagen der Polizei heran. Und bleib hinter mir stehen. Ein Beamter brüllte aus dem Fenster heraus, dass ich sofort aufhören solle, die „Vögel“ (nicht Tauben) zu füttern. Da ich mich voll und ganz auf meine Tätigkeit kontriert hatte, bekam ich einen gehörigen Schreck.

Hofgarten mit Tauben während des Lockdowns
Rundum ein nahezu menschenleerer Park. Links im Hintergrund der Polizeiwagen, der mir gar nicht aufgefallen war.

Bislang hatte ich immer sehr gute Erfahrungen mit der Polizei gesammelt und versuchte mich wie gewohnt zu erklären. Diesmal bekam ich dazu keine Gelegenheit. Der Beamte brüllte mich erneut an, mit den Worten, dass ich mich bloß nicht nähern solle, sofort mit dem Füttern aufhören solle und mich entfernen solle.

Da mit diesen Polizisten keine Kommunikation möglich zu sein schien und ich zudem allein war, packte ich meine Sachen und ging zurück in Richtung Inselstraße. Der Streifenwagen drehte ebenfalls um. Er verfolgte mich im Schritttempo. Entlang des Schwanenhauses. Immer weiter. Immer schön langsam hinter mir her. Stop and go. Was sollte das?

Ich merkte, wie ich langsam panisch wurde. Um die Situation für mich zu deeskalieren, sprang ich nach rechts zur Seite auf die Wiese und winkte den Wagen demonstrativ an mir vorbei. Das passierte dann auch so, der Wagen entfernte sich. Und mich verließen meine Nerven.

Mir wurde schwindelig und ich fühlte Stiche in der Brust. Kurzum, ich war im Begriff einen Panikanfall zu bekommen, den ich mit Atemtechniken glücklicherweise abwenden konnte.

Viele Gedanken schossen mir durch den Kopf. Warum hat die Polizei sich so verhalten? War das womöglich eine Anweisung von oben in Zusammenhang mit dem Versammlungsverbot?  Ich war doch allein. Was wäre passiert wenn ich nicht sofort gegangen wäre? Kein Zeuge in der Nähe.

Ich ging zum Rhein. Dort waren massenhaft Menschen unterwegs. Weit und breit keine Polizei, keine Ordnungshüter. Ich bekam eine Art Nervenzusammenbruch und konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Zurück blieb ein traumatisches Erlebnis, das andere vielleicht hätten leichter wegstecken können. Mir hingegen gelang das nicht mehr. Ich wurde krank und musste in Therapie.

Desinformation erlaubt immer neue Regeln

Ich bin mir sicher, dass es sehr sehr vielen Menschen ähnlich ging und geht. Durch die Corona-Maßnahmen bekommen sie Ängste und fallen in eine Depression. Durch Isolation und durch die Veränderungen des menschlichen Verhaltens insgesamt – seit Beginn der Corona-Krise.

Dieser „Notstand“ wird systematisch eingetrichtert und am Laufen gehalten. Durch Infos des RKI, Mahnworte führender Politiker, durch die Presse, die nur noch berichtet, was von Oben gewünscht wird. In puncto Corona-Notstand, tägliche Fallzahlen, PCR-Tests, bevorstehende Impfpflicht usw..

Seit Monaten werden wir mit Widersprüchen und Desinformation gefüttert und mit einer bevorstehenden zweiten Welle weiter in Angst und Schrecken versetzt, was viele Menschen kleinlaut und unkritisch macht. Scheint das nicht irgendwie so gewollt zu sein? Ich fürchte ja, denn durch Politik, Behörden und Leitmedien erleben wir stets Panikmache. Und ein Ende dieser Situation wird noch lange nicht abzusehen sein. Darum wird es Zeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Neue Informationsquellen können weiterhelfen

Vielleicht möchtest du wissen, wie der Corona-Notstand in deutschen Krankenhäusern wirklich aussieht. Das DIVI Intensivregister informiert tagesaktuell über die tatsächlichen Behandlungskapazitäten.  Dort liest man Fakten, die zählen.

https://www.intensivregister.de/#/index

https://www.intensivregister.de/#/intensivregister?tab=kartenansicht

Dazu Verteilung von Maulkörben

Kritische Stimmen werden abgewürgt und jeder offene Diskurs verhindert. Man muss nur glauben, was das RKI an Einsichten verbreitet. Keinesfalls dürfen andere Meinungen in den Leitmedien gesehen und gehört werden können. Darunter verstehe ich Haltungsjournalismus, wo ist bitte die Pressefreiheit geblieben?

Ärzte und Wissenschaftler, die anderer Ansicht sind als Herr Drosten & Co, werden als Spinner in die Schublade der Verschwörungstheoretiker und Leugner gesteckt oder auch mit Rechtesextremisten in Verbindung gebracht.

Hierzu ein paar Beispiele (die Liste könnte viel länger sein):

Prof. Dr. rer. nat. Karina Reiss

Dr. Sucharit Bhakdi (Mikrobiologie und Virologie)

Dr. Rolf Kron (Praktischer Arzt und Homöopath)

Dr. Bodo Schiffmann (HNO)

Univ.-Doz. DDr. Raphael Bonelli (Psychiater)

Auch Polizisten, die ihre Meinung sagen, wurden suspendiert, genauso wie der Mitarbeiter des MBI, der in puncto Corona-Krisenmangemanagement recherchierte und einen Bericht mit Empfehlungen auf den Weg bringen wollte.


Video im gesicherten Datenschutzmodus aktivert:Zwei suspendierte Polizisten berichten über die Gründe für ihre Entscheidung, sich öffentlich zu äußern.

Dafür beginnt die Jagd auf mutmaßliche Hygiene-Sünder

Mein Cousin, den ich als besonders verantwortungsvollen und gesundheitsbewussten Menschen kenne und schätze, soll 150 Euro Bußgeld zahlen, weil er heute ohne Maske durch eine Unterführung am Duisburger Hauptbahnhof ging. Er hatte diese wegen der Eile, den Zug nicht verpassen, noch in der Hand. Was soll man dazu sagen? Ich werde weiter demonstrieren.

Besuch bei den Tauben am S-Bahnhof Bilk

Stadttaube vor dem S Bahnhof Bilk in Düsseldorf

Am Bilker Bahnhof steht es nicht besonders gut um die Stadttauben. Seit die Rheinbahn den Standort unter der Eisenbrücke bis auf eine Ausnahme hat versiegeln lassen, sind die Tiere auf andere Stellen rund um die Bilker Arkaden ausgewichen.

An der Brücke gibt es für Tauben nur noch wenig Rastplatz.
An der Brücke gibt es für Tauben nur noch wenig Rastplatz.

Ich weiß leider nicht, ob das Taubenhaus des Tierschutzvereins Düsseldorf auf der Bachstraße entsprechend erweitert wurde bzw. noch in Betrieb ist und wenn, in welchem Zustand es sich inzwischen befindet. Es gab ja in der Vergangenheit dort unschöne Zwischenfälle und später auch Gerüchte über eine Schließung. Wie dem auch sei, meiner Meinung ist jede Art von Notversorgung der Vögel dort so wesentlich komplizierter und zeitaufwendiger geworden

PMV in den Bilker Arkaden?

Es ist Hochsommer, eigentlich keine Saison für die Verbreitung des Paramyxovirus. Nachdem aber in der Düsseldorfer Gruppe für Stadttauben in Fb ein konkreter PMV-Fall in der Altstadt gemeldet worden war, gab es vorgestern in der bundesweiten Notfallgruppe eine – wohl bemerkt sehr dürftige – Meldung über einen PMV-Verdacht im Parkhaus der Bilder Arkaden.

Erster Tauben-Check….

Gestern Mittag fuhr ich direkt aus Benrath dorthin, um die Lage dort zu checken. Es war ein glühend heißer Tag. Die Tauben, die sonst häufig in großer Zahl vor den Arkaden auf Futtersuche verteilt sind, suchten lieber Schutz irgendwo im Schatten.

Nur wenige Tauben am S-Bahnhof
Bei den Temperaturen ließen sich nur wenige Tauben mit Futter anlocken

Der weiträumige Platz vor den Arkaden war leergefegt. Nur eine einzelne Jungtaube saß dort, wie gelähmt von der Hitze. Sie ließ sich aber sofort anfüttern und bediente sich bis der Kropf voll war. Danach flog sie in Richtung Florapark, wo sich eine erfrischende Wasserstelle befindet.

Ich zog weiter zur Bachstraße zum eigentlichen Zielort  Am Eingang des Parkhauses lag schon jede Menge Taubenkot. Ich lief zwei Etagen ab. Jede Menge parkende Autos, übelster Abgasgeruch, aber nur eine Taube kreuzte meinen Weg. Die lief einwandfrei, von PMV-Symptomen keine Spur und war auch so schnell weg, dass nur Zeit für einen Schnappschuss blieb.

Nach einer halben Stunde hielt ich den ätzenden Garagengestank fast nicht mehr aus. Schon auf dem Rückweg machte ich allerdings eine unschöne Entdeckung. Unter einem SUV lagen jede Menge Taubenfedern.

Waren etwa doch kranke Vögel unterwegs gewesen, die vielleicht tot gefahren oder von einem Hund gebissen geworden waren. Körperteile sah ich keine. Sicherheitshalber drehte ich eine neue Runde. Wieder ohne Ergebnis.

Zweiter Tauben-Check…

Heute morgen fuhr ich noch einmal zum S-Bahnhof und lief die gesamte Umgebung weitläufig ab. Dieses Mal waren an allen Stellen deutlich mehr Tauben anzutreffen, allerdings keine von ihnen zeigte PMV-Symptome. Was gibt es sonst noch zu berichten?

Brutstätten im Parkhaus?

An der Parkhaus-Ausfahrt Bachstraße vernahm ich deutlich lautes Gurren. Und siehe da, über dem Tor saß eine Taube, die sich nicht von Körnern anlocken ließ. Möglicherweise wird dort ob genistet.

Somit besteht immer die Gefahr, dass Jungtiere auf die Fahrbahn geraten und überfahren werden können. Es wäre also gut, wenn sich regelmäßig Taubenfreunde, die in der Nähe sind, die Entwicklung im Parkhaus dort anschauen könnten. Vielleicht kann man auch mit CONTIPARK reden und eine Kooperation vereinbaren, damit daraus eine Win-win-Situation entsteht. Mehr Sicherheit für unsere geliebten Stadttauben, weniger Dreck durch Hinterlassenschaften von Tauben im Parkhaus.

Die morgendliche Tour damit nicht beendet. Ich war auch an den Bahnsteigen, checkte den  Dachbereich zur Bachstraße und unternahm einen Abstecher in den Florapark, wo sich kleine Taubengruppen inmitten der Gänse- und Entenkolonien aufhielten. Die Vögel waren extrem hungrig und zeigten überhaupt keine Scheu vor meiner Kamera.

Tauben unter Gänsen und Enten im Florapark
Ein so friedliches Zusammensein erlebe ich selten
Stadttauben im Florapark Düsseldorf Bilk
Die Blicke sagen alles…

 

 

Starke Freunde der Düsseldorfer Stadttauben

Verschnürte Stadttaube in Düsseldorf Benrath

Leider habe ich einige Zeit als Streetworker für die Düsseldorfer Stadttauben mehr oder weniger pausieren müssen. Ich hielt mich stark zurück. Statt zu den einschlägigen Hotspots rund um die Altstadt, am HBF und in Parkanlagen wandelte ich nur noch durch Seitenstraßen und bediente hauptsächlich suchende Tauben, welche meine Wege kreuzten. Mehr ging einfach nicht.

Darum freue ich mich um so mehr, dass in der Zwischenzeit während der Corona-Krise in Facebook eine neue und ungemein tatkräftige Gruppe für Düsseldorfer Stadttauben entstanden ist.

Die Gruppe findest in in Fb unter Taubenfreunde Düsseldorf. Sie heißt alle, die aktiv mitwirken oder sonst wie unterstützen möchten, herzlich willkommen!

Mit dabei sind PflegerInnen und PäpplerInnen genauso wie ambitionierte Neueinsteiger. Die Düsseldorfer Gruppe steht zwar immer am Anfang, befindet sich aber auf einem guten Weg. Damit Wissen und Sicherheit im praktischen Umgang mit pflegebedürftigen Tauben weiter wachsen und gedeihen, werden inzwischen auch Workshops mit hochqualifizierten Pflegern und Päpplern veranstaltet. So kümmert man sich – innerhalb von Düsseldorf –  um leichtere Notfälle, sichert Küken und Jungtauben, vermittelt aber auch Endpflegestellen für kranke und invalide Vögel und kämpft selbstverständlich auch gegen Hunger und Leid. Gerne werde ich hier weiter über das Engagement und die Weiterentwicklung der Taubenfreunde Düsseldorf berichten.

Der Grund für meinen Rückzug

Infolge eines traumatischen Vorfalls im Düsseldorfer Hofgartens am zweiten Lockdown-Wochenende erlitt ich einen Nervenzusammenbruch, der im Laufe der nächsten Tage zu dauerhaften Beklemmungen und Angststörungen führte.

Ich musste mich krankschreiben lassen, war nicht mehr arbeitsfähig und befinde mich seit mehreren Wochen teilstationär in psychotherapeutischer Behandlung. Diese Erkrankung zwang mich, meine Taubenaktivitäten auf ein Minimum einzuschränken. Zu groß war und ist die Angst, wieder in das Loch zu fallen, in das ich Ende März durch die Vorfälle im Hofgarten und am Burgplatz in der Altstadt geraten war. Wahrscheinlich war das damalige Ereignis nur der finale Auslöser in einer langen Kette von Problemen mit negativen Glaubensätzen und Frustrationen. Quasi der letzte Tropfen, der das Fass meines Unwohlseins im Alltag unter aggressiven und egozentrischen Menschen endgültig zum Überlaufen brachte.

Nicht nur Ignoranz gegenüber der neuen Not der Tauben und anderer Stadtvögel durch die strikten  Corona-Regeln einerseits, auch das Verhalten der Menschen in Bus und Bahn, in Geschäften und Supermärkten, machten mich so depressiv, dass mein gesamter Antrieb einfach steckenblieb. Nun arbeite ich hart daran, um bald wieder auf die richtige Spur zurückzufinden.

Trotzdem tut es mir wahnsinnig leid, über drei Monate selbst so wenig für das Wohl der Düsseldorfer Stadttauben unternommen zu haben. Seit einigen Tagen wage ich mich nun endlich zurück ins Geschehen. Allerdings zunächst unbekannteren Gefilden, wo ich mich unbefangen fühle.

Verschnürte Taube in Düsseldorf Benrath
Von oben sah die Verschnürung noch harmlos aus (vordere Taube, linker Fuß)

Eine neue Bewährungsprobe

Schon nach wenigen Begegnungen mit Tauben (in Benrath) fiel mir eine Taube auf, die komischerweise über eine Baumwurzel stolperte und auch etwas humpelte. Das Anfüttern und Sichern mit der Hand gelang glücklicherweise auf Anhieb. Die darauf folgende Pediküre war allerdings recht aufwändig. Ein Fuß der Taube war rundum und hart verkordelt. Mitten im Knäuel steckte ein Ast. Ein Glück für die Taube, dass noch nicht irgendwo damit hängengeblieben war. Früher hätte ich die Arme mit nach Hause genomme, in Ruhe behandelt und anderntags wieder fliegen gelassen. Aber dazu hatte ich keine Möglichkeit. In der Klinik sind Tiere verboten. So zurücklassen wollte ich sie aber auch auf keinen Fall. Also ging ich gleich ans Werk mit den Bordinstrumenten, die ich immer dabei habe: Schere, Pinzette, Tücher und ein Desinfektionsmittel für die Wundbehandlung.

Operation der Entschnürung einer Stadttaube
Die Fußpflege der Taube dauerte fast eine Stunde

Die Entschnürung selbst dauerte eine gefühlte Ewigkeit, denn die Kordel ließ sich mit meiner Schere nur schwer lösen und trennen. Nach und nach arbeite ich mich nach unten durch. glücklicherweise war das Täubchen während der ganzen Behandlung außerst kooperativ, so dass ich auf eine Fixierung mit dem Strumpf verzichten konnte. Nur im letzten Moment versuchte sie entwischen, so dass ich sie leicht verletzte. Gottseidank hatte ich  ein Mittel zur Wunddesinfektion dabei. Da die Blutung auch schnell gestillt war, konnte ich die Taube wieder in die Freiheit entlassen. Das ließ sie sich auch nicht zweimal sagen.

Zwei Tage später war sie wieder vor Ort. Putzmunter und hungrig, aber – ganz im Trend- mit respektvollem Abstand (5 m). Denn mein Gesicht hatte sie sich gemerkt.

 

Düsseldorfer Stadttauben in Corona-Zeiten

Aufgrund der Corona-Krise keimen unterschiedlichste Verschwörungstheorien auf. Darunter ist sicher eine Menge Blödsinn, der von politischen Randgruppen oder geistig umnachteten Personenkreisen verbreitet wird. Was aber die Düsseldorfer Stadttauben betrifft, kann ich mich auch nicht von einigen gruseligen, wenn auch kaum beweisbaren Vermutungen freimachen.

Deutlich weniger Stadttauben in Düsseldorf anzutreffen

Seit April hat sich die Taubenpopulation auffällig verringert. Und zwar nahezu an allen Stellen, die ich seit Jahren bei meinen Rundgängen besuche.

Tauben in der Düsseldorfer Altstadt
An der Stelle suchten gewöhnlich 60-100 Tauben, sobald ein Korn fiel

Im Hofgarten, in der Altstadt, diverse Orte in der Innenstadt. Dort, wo man noch vor kurzem hoffen musste, dass es bloß nicht noch mehr werden, erwarteten  mich nun extrem schaubare Grüppchen. Wo waren die alle nur geblieben?

Liegt es an der Brutzeit?

Im Frühjahr ist Brutzeit. Etwa 16 Tage lang werden (meistens) zwei Eier gebrütet und die Nestlingszeit beträgt weitere (ca.) 20 Tage. Eine Erklärung wäre also, dass derzeit viele Pärchen mit der Brut beschäftigt sind, so dass jeweils ein nur ein Elternteil auf Futtersuche ist, während der Partner im Nest zurückbleibt.

Meiner Meinung kann das aber nicht zur Folge haben, dass sich binnen kurzer Zeit nur noch ca. 30 % eines Schwarms am gewohnten Versammlungsort aufhält. Im Hofgarten hatte ich Anfang des Jahres noch über 170 Vögel gezählt, laut Infos aus einer FB-Gruppe kam man kürzlich auf gerade mal 50 Tauben. Also, normal ist das nicht.

Taubengruppe Hofgarten Düsseldorf Mai 2020
Ist nur so viel vom einst großen Taubenschwarm übrig geblieben?

Führt der Hunger zu Standortwechseln?

Eine zweite Erklärung wäre, dass zahlreiche Tauben aufgrund des rasanten Futtermangels seit dem Corona-Shutdown tatsächlich umgezogen sind. In dem Fall hätte sich der Traum der Stadt Düsseldorf, die – im Gegensatz zu Köln- strikt am Fütterungsverbot festhielt, erfüllt. Dieses Verhalten widerspräche allerdings der typischen Standorttreue von Stadttauben. Diese suchen ihr Futter normalerweise in einem recht begrenzten Radius vom eigentlichen Nistplatz. Es war auch nicht so, dass Tauben, die ich am Schadowplatz vermisste, stattdessen im IHZ Park oder im Volksgarten aufgetaucht wären. Von daher kann ich mir diesen Grund ebenfalls nur sehr schwer vorstellen.

Tötung von Stadttauben in Düsseldorf?

In Facebook-Gruppen häuften sich  Nachrichten über vergiftete Tauben (z.B. in Flingern), die bislang wohl ungeahndet blieben. Das ist eine echte Sauerei, doch nach unserem Gesetz keine Straftat, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit.

Wer selbst Zeuge einer Misshandlung von Stadttauben wird, kann sich ans Ordnungsamt oder Veterinäramt wenden. Die Polizei nimmt im Falle eines Falles lediglich die Personalien eines auf frischer Tat gestellten Täters auf. Der darf danach wieder nach Hause gehen und weitermachen. Dazu fehlen mir die Worte.

Was du als Taubenfreund gegen solche Machenschaften tun kannst, steht u. a. im Blog von Tierrechte.de

Leider leider ist die Rechtsprechung zum Tierschutz in unserem Land äußerst schwammig und lässt auch Lücken für eine gezielte Entsorgung von Stadttauben im großen Stil.

Hurra, mein ältester Freund ist wieder da!

Gestern Nachmittag machte ich eine ausgiebigen Rundgang, um nach verschnürten Tauben für eine Fußpflege Ausschau zu halten. Meine erste Station war am Carsch-Haus in der Altstadt. Endlich waren mal wieder mehr Tauben am Platz. Ich warf meine Köder und sogleich flogen sie zusammen und ließen sich fotografieren. Ich entdeckte keine Verschnürungen aber mittendrin meinen guten alten Freund „Sir Henry“.

Gestrige Fußkontrolle bei Altstadttauben
Keine Verschnürungen, dafür aber eine tolle Überraschung.

Ich traute meinen Augen nicht. Nach all dem Frust, den ich in den letzten Wochen erfahren musste, hatte ich nicht mehr damit gerechnet, ihn jemals wieder anzutreffen. Aber weit gefehlt, der alte Knabe hält weiterhin wacker die Stellung. Das Beste war jedoch: Als Sir Henry mich sah und wiedererkannte, hielt er sofort inne und kam im bewährten Stechschritt näher, um sich seine extra Portion abzuholen. Was für eine Freude für uns beide.

Sir Henry und andere Altstadttauben
Sir Henry hält sofort inne, als er mich erkennt
Stadttaube "Sir Henry"
Der Altstadt-Veteran vertraut mir seit über 5 Jahren.

Fazit: Man soll die Hoffnung nie aufgeben.

Basler Taubenpest – was soll das sein?

Seit einigen Tagen kursiert eine Vielzahl von nahezu identischen Berichten über eine  „Taubenpest“, (dem Virus Pigeon-Paramyxovirus PMV-1 zugeordnet), die  in Basel ausgebrochen sei.

Als Quelle diente eine Veröffentlichung des Basler Gesundheitsdepartements vom 22.04.2020. Gewarnt wurde vor einer unheilbaren Infektionskrankheit, die bei betroffenen Tauben meistens schnell zum Tode führen würde. Typische Symptome wären halbseitige Lähmungen der Flügel und Beine. Auch Menschen könnten sich infizieren. Allerdings würde die Krankheit lediglich zu grippalen Symptomen und/oder einer Bindehautentzündung führen. Besonders kritisiert das Gesundheitsdepartement auch die Fütterung von Stadttauben aufgrund des Corona-Shutdowns:

„Von Aufrufen auf Social Media-Kanälen zur Fütterung von Stadttauben wegen angeblicher Futterknappheit im Zuge des Coronavirus-Lockdowns wird aus seuchenpolizeilichen Gründen dringend abgeraten. Einerseits herrscht keine Futterknappheit im öffentlichen Raum“

Die – durchaus bestehende – Futterknappheit wurde – wieder einmal – abgestritten. Alternative Futterquellen nannte man nicht.

„Füttern sei auch für die Tauben schädlich“, begründete man damit, dass benannte Futterstellen sowohl infizierte auch auch gesunde Tauben anzögen, die sich dort infizieren könnten. Das kann passieren, jedoch leben Stadttauben in Schwärmen, die sich nicht nur bei der Futteraufnahme versammeln – sondern beispielsweise auch an Schlafplätzen etc. Insofern kann die Verbreitung einer Infektion vielerorts stattfinden.

Die explizite Nennung von Futterstellen als Infektionsherd lässt mich vermuten, dass hier der Basler Biologe Daniel Haag-Wackernagel, der selbst in Basel viele Experimente mit Futterentzug durchführte, passende Argumente beisteuerte. Solche las man auch kürzlich  in Deutschland in zwei kurz hintereinander erschienenen

Spiegel-Artikeln.

Die meisten der Berichte aus der Schweiz geben den Kerninhalt des Gesundsheitsdepartements in sehr ähnlichem Wortlaut wieder. In einigen wird die Taubenpest aber auch mit Zoonosen in Verbindung gebracht – wie beispielsweise in der

bz basel

Das Problem von Infektionskrankheiten, die zwischen Tier und Menschen übertragen werden können, werde immer grösser. Beispiele für solche Zoonosen waren die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die Schweinegrippe, die Vogelgrippe, SARS und auch COVID-19.

Auf mich wirkt das alles wie eine PR-Kampagne, die im Prinzip nichts Neues präsentiert, aber gezielt ein Thema medienwirksam ausschlachtet, für das die Menschen in Basel und der Schweiz seit der Corona-Pandemie besonders empfänglich sind. Welche Infektion und Gefahren verbergen sich denn nun hinter der Taubenpest?

Taubenpest = PMV-1

Laut Gesundheitsdepartement wurde bei an erkrankten Tauben das Pigeon-Paramyxovirus PMV-1 nachwiesen. Bei dieser Infektion ist es allerdings falsch zu behaupten, dass sie in dem meisten Fällen tödlich verlaufe. Auch wurden die hierfür typischen Symptome für mein Empfinden viel zu ungenau beschrieben.

Bei an PMV-1 erkrankten Tauben zeigen sich häufig zentralnervöse Störungen. Die Vögel verrenken Hals und Kopf, manchmal zu einer Sterngucker-Haltung und drehen im Kreis. In extremen Fällen können sie kein Futter mehr aufpicken oder es kommt vorübergehend zu Lähmungen, weshalb eine Zufütterung per Sonde erforderlich wird.

Durch Tauben, die an Pramyxovirose erkrankten, wurde meines Wissens bislang auch keine Ansteckungsgefahr nachgewiesen. Ich selbst habe zahlreiche PVM-Tauben eingesammelt und wochenlang zu Hause versorgt. Gesundheitliche Probleme bekam ich dadurch nicht. Auch von anderen Endpflegestellen für Tauben ist mir nicht ein Fall von grippalen Beschwerden oder Bindehautentzündungen durch PMV-1 bekannt. Von daher halte ich diese Gefahr  eher für hypothetisch.

Was einseitige Lähmungen bei Tauben und die Übertragbarkeit auf Menschen betrifft, könnte nicht auf PMV-1, sondern die Newcastle-Krankheit zutreffen. Möglicherweise wurden vom Autor des Berichts hier Krankheitsbilder verwechselt und vermengt.

Newcastle-Krankheit und Ornithose

Bei der Newcastle-Disease (ND) handelt es um eine weltweit vorkommende, hoch kontagiöse Infektionskrankheit, ausgelöst durch aviäre Paramyxoviren des Serotyps-1 (APMV-1), auch als Newcastle disease Virus (NDV) bezeichnet. Sie führt beim Geflügel zu hohen Verlusten und wirtschaftlichen Schäden. Es besteht eine gesetzliche Impfpflicht für Hühner und Puten. Da die Krankheit wiederum der Vogelgrippe ähnelt, heißt sie auch atypische Geflügelpest.

Auch die sogenannte Papageienkrankheit (Ornithose = Chlamydien-Infektion) könnte beim Menschen zu grippalen Symptomen führen. In einem Standardwerk über Taubenkrankheiten (Werner Lüthgen) wird die Ornithose von Tauben zwar  als infektiös aber aber auch harmlos für den Menschen beschrieben (Seite 256).

Die Expertenmeinung zur Taubenpest in Basel

Um sicher zu gehen, wandte ich mich an die Berliner Tiermedizinerin Frau Dr. Almut Malone. Sie schrieb mir folgende Zeilen:

Für APMV ist der Begriff „Taubenpest“ komplett unzutreffend, denn die“ Geflügelpest“ wird von Influenzaviren verursacht („Vogelgrippe“), während die Newcastle Disease des Geflügels (PMV-1) laienhaft „Pseudopest“ genannt wird. Fakt (nicht meine Beurteilung) ist also: es gibt gar keine auf den Menschen übertragbare „Taubenpest“.

Die Aussage, aPMV-1 könne auf Menschen übertragen werden, stammt aus dieser Dissertation (Institut für Virusdiagnostik des Friedrich-Loeffler-Instituts)  auf Seite 8:

https://edoc.ub.uni-muenchen.de/10677/1/huthmann_eva.pdf

In der Praxis findet man dazu aber keinen einzigen dokumentierten Fall, so dass es sich um eine rein hypothetische Möglichkeit handelt, die sich bei hygienischem Arbeiten außerdem ohnehin nicht realisiert:

 Erreger von-zoonosen in deutschland im2016 (PDF)

Da die Ansteckungsphase von PMV-1 im klinisch unauffälligen Stadium liegt, scheidet eine erkrankte Taube von der Straße zu dem Zeitpunkt, an dem man sie in die Hand bekommt, in aller Regel ohnehin schon keine Viren mehr aus.

PMV kann auch beim Vogel vollständig ausheilen, allerdings schädigen die Viren oder Entzündungsprodukte in allen untersuchten Fällen den Herzmuskel und führen zu dauerhafter, beim Vogel nicht behandelbarer Herzinsuffizienz, so dass diese Tauben nicht mehr freigesetzt werden dürfen, da sie keine Chance mehr hätten, vor einem Raubvogel zu fliehen. Das gleiche gilt für andere Infektionen mit neurologischer Beteiligung, wie Salmonellen, aggressive E. coli-Bakterien, Ornithose, Aspergillose, etc. In einer Voliere ohne Stress sind diese Tauben hingegen völlig unauffällig.

Das sog. „Drehen“ darf ohne Nachweis auf keinen Fall mit PMV gleichgesetzt werden. Viele andere in Frage kommende Erreger wären ggf. therapierbar, werden aber im Gegensatz zu Paramyxoviren weiter ausgeschieden, so dass nur noch separate Haltung möglich ist, um nicht einen ganzen Bestand zu durchseuchen.

Fazit:

Wie schon gesagt, die mediale Verbreitung der „Taubenpest“ dient wohl dem Zweck, den Menschen in Basel, die eine verstärkte Versorgung von Tauben wegen der Corona-Krise befürworten, möglichst viel Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn Fütterer sind den Behörden und Wissenschaftlern Daniel Haag-Wackernagel seit jeher ein Dorn im Auge.

Mit halbgarer Information und besonderer Rhetorik versucht man die Volksstimmung zu manipulieren. Menschen, die sich gar nicht oder nur wenig mit der Materie auskennen, wird Angst gemacht und das alte Vorurteil, dass Tauben Überträger von für Menschen gefährliche Krankheiten seien, neu hochgekocht.