Jungtaube „Erbse“ vor Krähen gerettet

Jungtaube ERBSE aus dem Düsseldorfer Hofgarten

Am vergangenen Samstag besserte sich das Wetter kurzfristig, also nutzte ich die Gelegenheit den nervigen Kopfschmerzen, die mich schon fast zwei Tage plagten, mit einem Spaziergang in der frischen Luft zu begegnen. Inklusive Taubenrundgang versteht sich. Im Hofgarten gerade angekommen, sprach mich eine Pflegerin der Wasservögel an. Ich möchte doch bitte die Augen offenhalten, sie hätte in der Nähe des Schwanenhauses mehrere Jungtauben gesehen, die doch noch recht hilflos wirkten.

Normalerweise brüten Stadttauben nicht im Hofgarten, aber schon mal eine offensichtliche Jungtaube saß allein auf dem Dach des Schwanenhauses, vom eigentlich dort ansässigen Taubenschwarm war nichts zu sehen. Genau gegenüber vom Dach hockte eine Krähe im Geäst und lärmte herum, so als würde Gefahr drohen. Es war eine seltsame Stimmung. Ich hatte kein gutes Gefühl, die Jungtaube saß dort allein auf ziemlich verlorenem Posten. Ich war noch in diesen Gedanken, als endlich einige Tauben angeflogen kamen und um mich herum kreisten. Die Kleine auf dem Dach fühlt sich sogleich motiviert sich dazu zu gesellen. Nach und nach kamen immer mehr Tauben, so dass ich langsam aufpassen musste, wo ich hintrat.

Das Schwanenhaus im Düsseldorfer Hofgarten
Das Schwanenhaus im Düsseldorfer Hofgarten am Samstag Vormittag

Noch schien alles „Business as usual“: Ich streute Körner und suchte nach Kandidaten für die nächste „Fußpflege“. Dann gab es urplötzlich irgendeinen Alarm. Der gesamte Schwarm flog im Nu auf und verschwand im Irgendwo. Kein Hund, kein Mensch in der Nähe. Leicht irritiert drehte ich mich um, und rund zehn Meter entfernt geschah das Unglück. Zwei Krähen machten sich über die Tauben her, die nicht schnell genug wegkonnten, Eine verzog sich, die andere hielt an ihrem Opfer fest. Ich rannte sofort dazwischen, jedoch vergebens. Erwischt hatte es zwei Jungtauben, für die leider jede Hilfe zu spät kam.

Jungtaube, die von einer Krähe tödlich verletzt wurde
Die kleine Taube wurde bei der ersten Attacke tödlich verletzt
Taube von Krähe getötet
Diese tote Jungtaube ließen die Krähen so liegen

Die Krähen hatten die empfindlichsten Stellen am Kopf und Hals zerfetzt. Alle anderen Tauben blieben weg, auch von den Krähen war nichts mehr zu sehen. Ich ging zum Weiher, wo ich wenigstens eine weitere Jungtaube konnte ich glücklicherweise später noch sichern konnte. Ein winziges graues Federknäul lief völlig arglos zwischen Gänsen und Enten und pickte gezielt los – fast wie eine ausgewachsene Taube. Dennoch war sie bestimmt noch keine vier Wochen alt, sie fiepte kräftig und ihr Gefieder war noch voller Flaum. Als war sie noch nicht voll flugfähig und so eine extrem leichte Beute für die nächste Krähe. Keine Eltern weit und breit, so konnte ich das Taubenkind unmöglich zurücklassen.

Es passierte schon öfters, dass Krähen während der Fütterung versuchten, Tauben am Rand eines Schwarms zu attackieren. Doch oft fliegen sie auch einfach dazwischen und warten auf Nüsse und ähnliche Köstlichkeiten, die wir für aus dem Beutel zaubern. Damit lassen sie sich in der Regel sehr gut weglocken und geben sich auch damit zufrieden.

Auf dem Rückweg stellte ich übrigens fest, dass die Krähen die getöteten Tauben in der Zwischenzeit kaum weiter angerührt hatten. Also Hunger allein kann nicht zu dem Massaker geführt haben. Bei Rabenvögeln ist von Februar bis März Brutzeit. Denkbar wäre daher, dass die Krähen in der Nähe des Schwanenhauses ihre Nester haben, die sie nun schützen und Tauben als Gefahr sehen, die bekämpfen. Dazu werde ich bei nächster Gelegenheit die Expertinnen im Hofgarten genauer befragen.

Jungtaube ERBSE im Sicherheit
Satt und zeimlich relaxed ließ sich ERBSE fotgrafieren.

Die kleine Taube packte ich ein und wegen ihrer frühreifen Picklust taufte ich sie „Erbse“. Mein persönliches Risiko wegen der Vogelallergie verdrängte ich erfolgreich, also die Taube bei mir bleiben musst als es geplant war.

Taubenkind Erbse kriegt Vitamine
ERBSE nach Zuführung der täglichen Vitamindosis.

Wegen des Corona-Chaos wusste ich ganze Woche über nicht genau, ob ich am nächsten Tag ins Büro fahren darf oder Home-Office machen muss. Ebenso musste ich mit den beiden Kollegen, die unter einer Taubenphobie leiden, absprechen. So scheint Freitag der 13. Für Erbse und mich ein Glückstag zu sein. Die Taube wird heute aus der Einzelhaft entlassen und wir hoffentlich viele nette Kumpels bei der Taubenhilfe in Köln finden.

Unterstützung nach der Sicherung einer Taube gesucht

Wenn du vielleicht bei zukünftigen Fällen eine gesicherte Taube übernehmen und versorgen möchtest oder andere Leute kennst, die Tauben päppeln, dann schreibe mir bitte eine Mail unter wrk[at]pro-palomas[Punkt]de oder in Facebook eine PN an meinen Wolf Reinhart.

Abschließend noch ein kurzes Krähen-Update

Jetzt, wo ich mehr als sonst für Krähen sensiblisiert bin, fiel mir heute morgen in der Küche auf, dass im Gartenhof und über den dahinterliegenden Gebäuden  mehrere Krähen laufend ihre Runden fliegen und/oder laute Warnrufe kommunizieren. Den Rest der Vogelwelt haben sie damit verscheucht. Selbst die winterliche Körnerklientel hat sich nicht getraut, mir einer Fensterbank einen Besuch abzustatten. Jedenfalls wurde heute bislang nichts angerührt.

Trotz Vogelallergie weiter Freund der Stadttauben

Nachdem ich seit längerem Probleme mit den Atemwegen (vor allem in den Nasennebenhöhlen und dann auch verstärkt produktiven Husten) bekam, konsultierte ich Mitte vergangenen Jahres auch einen Lungenfacharzt, der mich von Grund auf untersuchte. Als er hörte, dass ich seit meiner Kindheit unter Heuschnupfen und diversen Lebensmittelallergien (z.b. gegen Maulbeeren  und diverse Sojaprodukte) leide, veranlasste er eine umfassende Blutuntersuchung, die sogar erweitert  wurde, nachdem ich auch über mein Stadttaubenhobby erwähnt hatte. Bei meinem Doc läuteten die Alarmglocken: Staub aus Federn und Kot enthalten Eiweiße, die zu Abwehrreaktionen des menschlichen Immunsystems führen können.

Feststellung meiner Vogelallergie

Die Diagnose war der absolute Worstcase: eine ausgeprägte Vogelallergie (Speichel, Drüsensekrete, Federstaub, Kot), wobei die Tests auch auf alle Taubenarten angeschlagen hatten. Mein Arzt verordnete mir ein spezielles Kortisonsspray und riet mir dringend, den Kontakt mit Vögeln zu meiden oder zumindest so einzuschränken, dass ich mit allergenen Stoffen möglichst nicht in Berührung komme, vor allem keine einatme. Ansonsten könnten die Entzündungen in den Bronchien schleichend zu dauerhaften Schäden führen (chronische exogene allergische Alveolitis), durch welche die Lungenfunktion zurückgehen kann – vielleicht vergleichbar mit COPD. Im Volksmund heißt das Vogelhalterlunge.

Es war nicht klar ob und inwieweit meine Beschwerden durch Kreuzallergien entstanden, fest steht allerdings, dass man eine Vogelallergie derzeit nur schwer desensibilisieren kann. Die einzig wirksame Therapie ist: Abstand halten.

Wie dem auch sei: Mit allem hätte ich eher gerechnet, aber nicht mit dieser Allergie. So lange ich denken kann, war ich von Federvieh umgeben. Bei meinen Großeltern und Eltern gab es mehrere Wellis, als Heranwachsender brachte ich verwaiste Taubenkinder nach Hause und zog sie auf. Noch vor einigen Jahren war eine meiner liebsten Beschäftigungen, auf einem Bauernhof die Hühner zu versorgen. Ich spürte niemals irgendwelche Anzeichen einer Allergie wie gerötete Augen, Schnupfen, Niesanfälle geschweige denn Asthma.

Welche Beschwerden zeigten sich?

Das Tückische an meiner Vogelallergie ist, dass die Beschwerden wenigstens bei mir nicht – wie bei Pollen oder Nahrungsmitteln – unmittelbar nach einem Kontakt auftreten, sondern zeitlich um ein bis zwei Tage versetzt. So schob meinen Husten am Wochenanfang immer auf das Feinstaubproblem durch den Straßenverkehr in Köln.

Als erste notwendige Konsequenz übergab ich „Audrey“, eine wunderschöne Taubendame mit PMV, für die ich schon einen Endpflegeplatz fest im Auge hatte, schnellstmöglich in andere gute Hände. Weitere Pflegefälle musste ich schweren Herzens ablehnen. Denn es war zu dem Zeitpunkt völlig unklar, inwieweit ich mich überhaupt noch meinen geliebten Stadttauben noch nähern durfte.
Meine persönlichen Aktivitäten reduzierte ich weitestgehend – ausgenommen Futterhilfe und Fußpflege, sofern sich das schnell vor Ort erledigen ließ. Ich informierte die Taubenfreunde in Düsseldorf, Köln und natürlich auch die Nothilfegruppen in Facebook.

Wie ich mit  der Allergie umgehen muss

Nun sind seit der schlimmen Diagnose über drei Monate vergangen. Der Frühling steht vor der Tür, die bereits eingesetzt Pollenallergien halte ich mit den üblichen Bordmitteln aus der Apotheke erfolgreich in Schach. Meine Vogelallergie-Beschwerden spüre ich dennoch kaum noch. Damit kenne ich auch meine Grenzen. Ich kann eine Taube sichern, anfassen und auch mit der Sonde versorgen, wenn ich mir danach die Hände wasche. Blöder wird es, wenn ich mich – beispielsweise beim Sichern von Fußpatienten – innerhalb eines Taubenschwarms befinde und die Vögel um mich herumflattern. Dann fliegen Federn und entsteht Staub, der tatsächlich am nächsten Tag zu erneutem Husten führte.

Natürlich bringe ich es niemals übers Herz an einer kranken oder gefährlich verschnürten Taube vorbeizulaufen. So gab es trotz der Vorsätze gab es den einen oder anderen Notfall, den ich übernahm. Kürzlich übernachtete sogar wieder fiepende Jungtaube bei mir. Das allerdings in einer kleinen Transporttasche, durch die keine Federn durchkommen. Es tat mir unheimlich weh, die Kleine einer solchen Einzelhaft aussetzen zu müssen. Aber sie im Park hätte sie in dem Zustand nicht mehr lange durchgehalten.

Ich bin mit dem derzeitigen Zustand alles andere als glücklich. Auch im Büro in Köln kam es zu einer Umstrukturierung der Arbeitsplätze. Seit Ende letzten Jahre arbeitet das ganze Team mit anderen Kollegen in einem Großraum. In unmittelbarer Nähe sitzen nun zwei Personen, die unter einer Vogelphobie leiden. Diese nehme ich sehr ernst, arbeite aber intensiv einer Lösung, mit der alle Beteiligten leben können. Nur solange für gefiederte Patienten aus Düsseldorf im Büro noch kein geeigneter Platz zur Verfügung steht, sind Taubentransporte nach Köln längst nicht mehr so stressfrei wie früher.

Mahnwache und Rundgang in der Brieftaubenaustellung 2020

Am vergangenen Samstag war ich erstmalig bei der Mahnwache vor der jährlich stattfindenden Ausstellung vom Deutschen Brieftaubenverband (DBA) in Dortmund. Es war recht kalt und regnete etwas. Bei meiner Ankunft war der Stand schon aufgebaut und die Stadttaubenfreunde aktiv.

Mahnwache gegen das Brieftaubenwesen zur DBA in Dortmund
Unsere Mahnwache gegen das Brieftaubenwesen am Samstag Vormittag

Viele Messebesucher, die in großen und kleinen Trupps an uns vorbeizogen, musterten uns nur kurz. Teilweise lächelnd, teilweise verächtlich. Manche beschimpften uns, andere ließen sich sogar auf eine kleine Diskussion ein. Nach über zwei Stunden am Stand brach ich mit Sylvia M. (unermüdliche Taubenaktivistin und Fb-Freundin) zu einer Besichtigung der Messe auf. Wir wollten mit eigenen Augen sehen, was dort jedes Jahr abgeht: Organisation, Taubenvermarktung und sonstige Attraktionen, welche die Besucher anziehen.

In Käfig gepresste Tauben wie auf auf einem asiatischen Basar
Tauben im Dutzend billiger?

Warum die Mahnwache vor der Westfalenhalle?

Die Mahnwache richtete sich gegen die unsäglichen Praktiken im Brieftaubensport, gegen die Selektion und das Leid aller Tauben, denen unzumutbare Leistungen abverlangt werden, damit sich ihre Besitzer mit Preisen feiern lassen und ebenso die Taschen  vollstopfen können. Denn anders als von Züchtern proklamiert, sind heutzutage die Wettflüge der Tauben längst kein Hobby mehr, sondern ein international ausgerichtetes Business, bei dem es auf Kosten unschuldiger Tauben um Einsatz und Gewinn geht. Und das nicht zu knapp.

Selektion und Tötung von Brieftauben, die ihre Leistung nicht erbrachten

Brieftaubensport ist Tierquälerei

Unermüdlicher Einsatz für die Rechte der Tauben zeigt Wirkung

2018 protestierten  wir mit Unterstützung von PETA und anderen Tierrechtsorganisationen heftigst und erfolgreich dagegen, dass das Brieftaubenwesen von der UNESCO als Immaterielles Kulturgut gewürdigt wurde. Der schönste Effekt dabei war vor allem, dass der Verband so endlich gefordert war, sich ernsthaft um Verbesserungen zu bemühen. Auch wenn die Wettflüge weiter in vollem Umfang stattfanden, so gab es – zumindest in meinem Revier – deutlich weniger Brieftauben, die sich verirrt hatten und von meiner Seite keine gesichteten Todesfälle. Auch hatte sich endlich auch ein Züchter auf den Weg gemacht, um seine Brieftaube bei mir abzuholen.

Doch damit geben wir uns nicht zufrieden. So lange Tauben für menschliche Bedürfnisse missbraucht werden, sorgen wir für weiterhin ordentlich für Gegenwind.

Nicht nur Brieftaubensport führt zu Tierquälerei – auch gewisse Zuchtarten

Nicht nur bei den Sportsfreunden der Wettflüge, sondern zukünftig auch im Bereich Rassetauben. Dort scheint die Spielwiese für Abartigkeiten durch die Herren der Taubenschöpfung schier grenzenlos zu sein.

Mit fatalen Folgen: Manchen Kreaturen, die uns beim Rundgang begegneten, waren offensichtlich alle Bordmittel der Natur weggzüchtet worden, um im Entferntesten noch ein halbwegs artgerechtes Leben führen zu können. Damit verstoßen bestimmte Züchtungen auch gegen den Paragraphen 11b des Tierschutzgesetzes.

„Ein Schaden liegt bereits vor, wenn der Zustand eines Tieres dauerhaft auch nur geringfügig zum Negativen verändert ist.“
(Tierschutzgesetz und Europäisches Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren )

In Dortmund fielen bei den Rassetauben mir die folgende drei Beispiele besonders auf:

Kropftauben

Kröpfer können bei Erregung oder bestimmten Lauten auf Kommando ihren Kropf mit Luft aufblasen, wodurch dann rassetypische Formen entstehen – beispielsweise Kugelform oder Birnenform. Insofern ein nettes Spielzeug für den Züchter, doch Das Problem bei dieser Rasse ist, dass die Tiere sich dank des übergroßen Kropfes gnadenlos überfressen können und daran erkranken würden, sofern das Futter nicht künstlich knapp gehalten wird. Gesunheitliche Folgen wäre Kropfentzündungen.

Kropftaube
Erregte Kropftaube mit aufblähtem Kropf

 

Mehr Info über das Leid von Kropftauben bei PETA

Warzentauben

Eine Reihe von Warzentauben sind kaum in der Lage ihr Gefieder selbst zu pflegen und benötigen regelmäßige Spezialpflege und Ungezieferkontrolle. Schmutz und Futterreste sammeln sich in den verwarzten Teilen des Schnabels und der Nasenlöcher an, wodurch schwere Entzündungen entstehen können.

Warzentaube in Dortmund 2020
Eine Warzentaube

 

Warzentaube in Dortmund
Was für ein trauriger Anblick

Bucharchische Trommeltauben

Tauben ohne Kopf? Hier fehlten uns die Worte: Wie hinderlich Latschenfedern für die Beweglichkeit  sein können, habe ich schon oft bei verirrten Hochzeitstauben ansehen müssen, aber diese armen Trommler-Tauben sind in meinen Augen bedauernswerte Geschöpfe, die man nur noch unter Qualzucht verbuchen kann. Sie können kaum laufen und sehen nichts. Was für schreckliches Leben sie Rassetauben ertragen müssen. Schon allein wegen Sichtbehinderung sollte hier  ein Zuchtverbot ausgesprochen werden.

Bucharchische Trommeltauben bei der DBA 2020
Qualzucht in Reinkultur: Bucharchische Trommeltauben

 

Bucharische Trommeltaube im Käfig
Das Tier war kaum in der Lage sich zu bewegen, wenigstens kacken konnte es.

 

 

Weiterführende Links zum Thema Qualzucht bei Heimtieren

Gutachten der Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht zur Auslegung des Tierschutzgesetzes § 11b (Verbot von Qualzüchtungen)

Beiträge im Vogelforum über die Qualzucht bei Tauben

Feuerwerk, Raketen und Böller gehören endlich verboten!

Versprengte Stadttaube nach der Silvesternacht 2019-2020

Es reicht! Feuerwerksraketen, Himmelslaternen und Knallkörper jeder Art gehören nicht mehr in private Hände. Auch nicht zu Silvester und bei irgendwelchen „besonderen“ Anlässen.  Denn die Verantwortungslosigkeit, Ignoranz und Dummheit vieler Menschen ist offensichtlich grenzenlos. Im Krefelder Zoo mussten bis zu 30 Tiere ihr Leben lassen, weil die hierfür Verantwortlichen ihren persönlichen Spaß haben und mögliche Gefahren nicht erkennen wollten. Laut eigener Aussage wäre ihnen nicht bekannt gewesen, dass Himmelslaternen steigen lassen (Tian Deng oder Kongming) in Deutschland  verboten ist. Eine dämliche Ausrede. Die kann ich keinesfalls akzeptieren.

Mein Senf dazu: Ursprung und Unsinn

Tradition und Kultur: Himmelslaternen kommen ursprünglich aus China, wo die Teile auch heute noch während des chinesischen Neujahrsfestes als Glücksboten geschickt werden. Es handelt sich dabei um kleine Heißluftballons, eigentlich offene Tüten aus Reispapier. Mit Brennstoff getränkte Tücher oder auch Kerzen funktionieren als Brandsatz für den Aufstieg gen Himmel. Der Brauch ist aber auch in südasiatischen Ländern verbreitet. In Thailand beispielsweise gibt es in Chiang Mai ein eigenes Laternenfestival (Yi-peng).

Schwachsinn und Rücksichtslosigkeit:  Ich sah die Laternen allerdings auch an Stränden in Thailand, wo sich (meistens) Touristen damit – außerhalb von festlichen Anlässen – vergnügten. Wenn die Dinger runterkamen, ohne dass sie leer gebrannt waren, löschten sie im Meer aus oder verkohlten im Sand. Das war manchmal nervig und ebenso ein schlechter Umgang mit der Umwelt.


(Für das Video ist der erweiterte Datenschutzmodus aktiviert.)
Ich unterstelle mal, dass die Leute, die sich in Deutschland solche Flugkörper im Internet oder in anderen Graumärkten bestellen auch die möglichen Risiken kennen. Wer also – ob verbotenerweise oder nicht – innerhalb von Wohnbezirken solche Fluglaternen startet, handelt grob fahrlässig.

Die Tragödie in Krefeld war sicherlich nur die Spitze eines Berges von Unglücken. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen und Tiere in der vergangenen Jahreswende durch Böller und Raketen körperlich zu Schaden gekommen sind oder schwer traumatisiert wurden. Nur weil gedankenlose Zeitgenossen mit Pyrotechnik ihr Geld verpulvern und dabei NULL Rücksicht nehmen. Mit Beispielen derartiger Folgen hätte ich vielleicht eine ganze Bildergalerie füllen können, doch schon diese beiden Fotos sprechen für sich:

Ausgebrannter Motorroller
Ausgebrannter Motorroller

In dem Zusammenhang wirkt der folgende Kommentar zum meinen Facebook-Post in Face zur Silvesternacht nur noch krank und zynisch.

Tauben und andere Stadtvögel nach der Knallerei

Was unsere Tauben und Wildvögel in der Düsseldorfer Innenstadt betrifft, so war am Neujahrstag nichts mehr so wie noch am Vortag. Keine Schwärme, keine Rundflüge über den Dächern der Stadt. Bis auf wenige Ausnahmen sah ich einzelne versprengte Stadttauben auf Futtersuche. Doch die meisten der oft besuchten Hotspots waren wie ausgestorben. Keine Tauben, keine Krähen oder andere Wildvögel. Dafür massenhaft Reste von Knallkörpern, menschlichem Müll und Brandstellen als Folgen von Dummheit und Vandalismus.

Gottseidank wurde mir beim Rundgang wenigstens der Anblick von toten oder verletzten Vögeln erspart. Das ging Taubenfreunden in anderen Städten leider nicht nicht so. Wenn deine Nerven es aushalten können, sieh bitte die schlimmen Fotos in den Facebook-Einträgen von:

Grey Pigeon Dortmund

Ruhrpottmöwen Tierschutzprojekt

Wo bleibt eigentlich der Umweltschutz zu Silvester?

Explosivstoffe und pyrotechnische Gegenstände verpesten ganz erheblich die Luft, da Unmengen an Feinstaub freigesetzt werden, welche die Grenzwerte in der EU erheblich überschreiten. Laut Messstationen werden in einer Silvesternacht sogar rund 15 Prozent des Feinstaub-Ausstoßes des inländischen Straßenverkehrs innerhalb eines Jahres in die Luft gepulvert. Das ist der pure Wahnsinn. Als Allergiker mit Asthmaproblemen kann ich das aus eigener Erfahrung voll und ganz bestätigen. Bei meinem Rundgang, Stunden nach der Knallerei, bekam ich dank der schwefeligen Luft  immer wieder Hustenanfälle.

Unterschreibt alle die Petitionen gegen das Böllern!

Der Verkauf von pyrotechnischen Gegenständen muss endlich kategorisch verboten und jede Zuwiderhandlung unerbittlich verfolgt und hoch bestraft werden.

Bitte gib auch du deine Stimme für eine Zukunft ohne Kracher und trage damit aktiv dazu bei, dass das Grauen von Krefeld nicht noch einmal passieren kann. Vielen Dank!!!

https://www.change.org/p/verbot-von-silvesterfeuerwerk-f%C3%BCr-privatpersonen-lewemarkus-staedtetag-svenjaschulze68-bmu

https://www.openpetition.de/petition/online/verbot-des-privaten-silvesterfeuerwerks

 

Wieder einmal kein Fest für Stadttauben

Stadttauben in Düsseldorf

Seit es die Menschen zur Vorweihnachtszeit in Heerscharen in Kaufhäuser und auf Weihnachtsmärkte treibt, wo sie sich zu kollektiven Fress- und Sauforgien versammeln, fällt auf, wie wenig von echter Weihnachtsstimmung und christlichem Mitgefühl eigentlich noch in uns steckt.

Eher ist das Gegenteil der Fall. Egoismus, Ignoranz und Herzlosigkeit leiten die Menschen. Und manche produzieren sich mehr denn je als ausgesprochene Arschlöcher. Das gilt im Besonderen für das Verhalten gegenüber Stadttauben.

So musste ich mit eigenen Augen erleben, wie in der Heinrich-Heine-Passage ein angetrunkener Vollidiot seine (Rest)Männlichkeit gegenüber der weiblichen Begleitung zum Ausdruck zu bringen versuchte, indem er wie ein kleines Kind Tauben, die zur späten Abendzeit noch auf Futtersuche waren, hinterher rannte und versuchte diese zu treten. Auf meine Frage, ob er sich nun als solcher Held besser fühle, kam ein wirres „klar geil ey“, worauf ihn seine Freundin zur U-Bahn zerrte.

Und dann die Dame mit dem Fischbrötchen in der Hand am U-Bahnsteig, die meinte, sich ausgerechnet da vor meiner Nase breit machen zu müssen, wo ein hungriges Täubchen endlich ein paar Sonnenblumenkerne picken durfte.

Ich wies die Dame höflich darauf hin, dass sie gerade mitten in einem Abendessen stände. Sie plärrte gleich zurück, woraus dann ein kurzer Dialog entstand:

Dame: „Ich kann da nichts sehen.“
Ich: „Sehen Sie nicht die Taube, auf deren Körnern Sie stehen?“
Dame: „Die Taube hat hier nichts zu suchen!“
Ich: „Doch, sie sucht etwas zu fressen. Sie essen ihr Brötchen und haben gut reden…“
Dame: „Was interessiert mich die Taube?“
Ich: „Gar nicht, wie ich merke.“

Darauf schob die Dame kopfschüttelnd ab. Was für ein Depp, dachte sie vielleicht. Von meinen Worten hatte sie mit Sicherheit kaum etwas verstanden.

Aber glücklicherweise gibt es Zeiten, zu denen die Menschen den Weihnachtsmarkt noch nicht bevölkern, so dass die Tauben unter sich bleiben und sogar etwas futtern können.

Stadttauben vor einem Weihnachtsmarkt in Düsseldorf
Stadttauben vor dem Weihnachtsmarkt an der Schadowstraße

Hungrige Stadttauben an Weihnachten 2019 in Düsseldorf

PETA kämpft gegen die Kastration von Tauben

Die Kastration männlicher Tauben in Düsseldorf ist eines der wichtigsten Themen, die uns Stadttaubenfreunde schon das ganze Jahr über plagt. Aus meiner Sicht kann ich den Einsatz von PETA nur voll und ganz unterstützen. 

Problematik und Risiken hatte ich schon in einem vergangenen Post ausführlich behandelt. Jetzt lese ich diese Woche BILD  eine erneute Stellungnahme von Frau Monika Piasetzki, der Taubenprojektleiterin  und Vorsitzenden des Düsseldorfer Tierschutzvereins, in der sie ihre Enttäuschung über das Veto von PETA zum Ausdruck bringt.

Bei der Sterilisation gibt es zahlreiche Probleme, die im Raum stehen und vom Tierschutzverein gegenüber der Öffentlichkeit einfach unter den Tisch gekehrt wurden. Beispielsweise ist es  – anders als Frau Piasetzky behauptet –  ziemlich schwierig, das Geschlecht von Tauben eindeutig zu bestimmen. Die Ansicht Vereinsvorsitzenden in einem früheren BILD-Artikel, dass man Täuber schon beim Anfüttern aufgrund ihres Macho-Verhaltens schnell und eindeutig erkennen könne, ist falsch und nebulös.

Mit dem Thema kenne selbst ich mich ausreichend gut genug aus, um entgegnen zu können, dass für die Geschlechtsbestimmung von Tauben oft aufwendige Methoden notwendig sind. Um sicher zu gehen, müsste man folglich alle Tauben einfangen und im Tierheim untersuchen lassen, um diese sexuell kaltstellen zu können.  Mit großer Sicherheit wären auch Elternvögel darunter, deren Nestlinge zwangsläufig verhungern würden. Allein der Grund spricht aus ethischer Sicht ganz klar gegen die Pläne  des Düsseldorfer Tierschutzvereins.

Meiner Meinung nach geht es  Frau Piasetzky nicht um eine tierschutzgerechte Lösung oder gar das Wohl von Stadttauben. Sie fürchtet um die Durchsetzung eines persönlichen Prestigeprojekts, das sie anscheinend den Stadtbehörden als ultimative Lösung der sogenannten Taubenplage verkauft hat. Nun ist sie verärgert und versucht in BILD die ganze Geschichte zu verklären. Dabei widerspricht sie auch ihren eigenen Absichten – zum Beispiel stimmt nicht, dass:

…Die tun so als, würden wir am Bahnhof stehen, die Tauben einfangen und eine Massenkastration machen.“

Genau das war nämlich Anfang des Jahres am Hauptbahnhof in Düsseldorf geplant, aber damals nicht umsetzbar gewesen. Später ließ man Tauben in Gerresheim einfangen und monatelang einsperren, was auch Tierquälerei gleichkommt. Glücklicherweise gibt es die Tierrechtsorganisation PETA, die genügend Einfluss hat, um unsere Bedenken zum Wohl der Düsseldorfer Stadttauben durchzusetzen und um die Sterilisation verhindern.
Noch einmal: DANKE an PETA!

Dreiste Tauben im Ruhrgebiet: offener Brief an Bild.de

Tauben macht die Flatter -Bild.de vom 21.11.2019

Heute versuchte ich einen Leserbrief zum Bild-Artikel von GONNE GARLING UND DANIEL MÜLLER abzuschicken.

„TAUBEN FLIEGEN JETZT AUCH IN GESCHLOSSENE RÄUME – Macht die Flatter!“

Nur dauerte das Versenden im Browser ewig lang und ich erhielt bislang keine Bestätigung. Da ich mir also nicht sicher bin, ob die beiden Redakteure meine Nachricht erhalten werden, veröffentliche ich meinen Brief auch an dieser Stelle:

Sehr geehrter Herr Garling, sehr geehrter Herr Müller,

mir ist nicht ganz klar, ob Sie sich generell auf der Seite einer Anti-Stadttaubenfraktion befinden oder als Betroffene ihrem Unmut Luft machen wollten. Wie dem auch sei: Sie haben Recht,  dass Tauben sich nicht in Bäckereien, Bahnhofspassagen, überall dort, wo Lebensmittel gekauft und konsumiert werden, aufhalten sollten.

Man darf die Vögel aber nicht dafür verdammen, dass sie wie alle Lebewesen in einer Notsituation irgendwann so großen Hunger leiden, dass sie ihre natürlichen Hemmungen verlieren. Denken Sie doch einmal an die schlimmen Kriegszeiten, wo Menschen vor Hunger alle Achtung vor Sitte und Regeln verloren, nur um ihrem Körper Essbares zuführen zu können.

Vor einigen Jahren bedankte sich bei mir ein WK-II-Kriegsveteran, als er beobachtete, wie ich Tauben an einem  eiskalten, verschneiten  Wintermorgen fütterte. Seine Worte: „Sie wissen doch sicher, dass das, was Sie tun verboten ist. Die armen Tiere….doch Menschen kennen heute hierzulande keinen Hunger mehr. Ich war 10 Jahre in russischer Gefangenschaft. Ich vergesse den Hunger nie. Danke, dass sie an die hungrigen Geschöpfe denken“

Stadttauben benötigen betreute Taubenschläge, in denen sie versorgt und Geburtenkontrolle durch Eieraustausch praktiziert wird. Dazu kann man feste Futterplätze einrichten, wo sich keine Geschäfte etc. befinden. Dann sind Lösungen, die Mensch und Tier helfen würden.

Denn eins ist klar: Tauben fressen normalerweise Körner und keine Essensreste, wenn sie diese artgerechte Nahrung finden. Diese wird ihnen durch die vielen Fütterungsverbote verwehrt. Warum diese tierquälerische Lösung von den Stadträten verordnet wurde und warum sie falsch ist, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen, das es zu weit führen würde. Ich lade Sie stattdessen ein meinen Blog-Site pro-palomas.de zu besuchen, zum Beispiel die Seite: https://pro-palomas.de/artgerechte-fuetterung/).

Wenn Sie in Bild nachhaltige Lösung in der Bild beschreiben wollen, wenden Sie sich bitte an eine der Stadtaubenvereine in Ruhrgebiet oder an gerne auch an Frau Gwendolin Wonneberger von der Kölner Arbeitsgruppe gegen die Stadttaubenproblematik (https://stadttaubenkoeln.wixsite.com/koeln-tauben)

Mit freundlichen Grüßen,

Wolf-Reinhart Kotzsch

Der Verband der Brieftaubenzüchter will sich reinwaschen

Verendete Brieftaube in Düsseldorf im August 2019

2018 nahm für den Verband der Deutschen Brieftaubenzüchter e.V. in Essen ein frustrierendes Ende. Die so hoffnungsvoll gestartete Bewerbung um den Status „Immaterielles Weltkulturerbe“ geriet zum Fiasko, weil die UNESCO-Kommission dagegen entschied. Fast ein Jahr später hat man sich von der unerwarteten Niederlage erholt und geht nun in eine neue Offensive, um die verpasste Chance im kommenden Jahr zu ergreifen.

Die Image-Korrektur via Youtube

Ein 7-minütiges Image-Video in Youtube zeigt eine heile Welt der Tauben und Züchter. Darin geht es um Liebe, Freundschaft und Tradition. Emotionale Musik läuft als Soundtrack zu emotional aufgeladenen Bildern voll mit Leitbildfiguren –  fast wie aus der Waschmittelwerbung –  die man sich sich kitschiger kaum vorstellen kann. Das ist aber auch Sinn und Ziel des Films.


(Video im erweiterten Datenschutzmodus)

Der Brieftaubenverband möchte sich reinwaschen von Image-Schäden und hässlichen Vorwürfen der Tierschützer, die ihn um das Kulturerbe brachten. Der Film war nur ein Anfang: Flankierend startete kürzlich eine erste PR-Kampagne.  Der „Taubensport sei sauber„, behauptet man gegenüber der Bild-Zeitung und verweist auf die hohen Standards zur Einhaltung des Tierschutzes – zum Beispiel durch Flugverbot bei extremen Temperaturen und  eine Flugsicherungskommission bei „Distanzflügen“.  Den guten Willen will ich nicht abstreiten. Man hat strengere Richtlinien gesetzt, die von den Sportsfreunden besser umgesetzt werden sollen.

Ich selbst sah 2019 nicht mehr so viele gestrandete Brieftauben wie im Sommer zuvor. Ich hörte von keinem Taubenbesitzer, dass man dem Tier doch gerne den Hals umdrehen könne. Ein Züchter aus Bochum hat sogar sein Täubchen, das ich im Hofgarten gesichert hatte, persönlich abgeholt. Das sind meine Erfahrungen, andere Tierschützer sehen die Entwicklung vielleicht noch ganz anders.

Doch eins ist doch klar: Um gute Vorsätze und optimierte  Rahmenbedingungen bei Wettflügen ging und geht  gar nicht. Unser moralischer Kompass zeigt auf die grundsätzliche Ablehnung von Wettspielen auf Kosten von fühlenden Wesen. Tauben erfahren Stress und Leid,  sie riskieren ihr Leben, damit Menschen sich gut fühlen und Profite einfahren. Das ist nicht fair und kann in unsere Augen kein „Immaterielles Kulturerbe“ darstellen.

Brieftaubensport versus Tierschutz

Der Reisesport mit Tauben verstößt aus unserer Sicht schon allein deshalb gegen den Tierschutz, weil Brieftauben gezüchtete Haustiere sind, die hunderte Kilometer vom Heimatort ausgesetzt werden und durch die vom Züchter eingesetzten Methoden (Trennung vom Partner oder Nestlingen) quasi dazu genötigt werden möglichst schnell zum Heimatschlag zurückzufinden. Die Züchter versuchen uns glaubhaft zu machen, dass Tauben von Natur aus scharf aufs Fliegen seien. Das sind Tauben sicher, im Schwarm und rund um ihren Heimatschlag. Aber sie fliegen freiwillig keine 500 Kilometer. 

Ganz klare Argumente gegen den Brieftaubensport

  • Brieftauben werden nach speziellen Zuchtzielen optimiert und entsprechend auch selektiert und ausgemerzt.
  • Brieftauben werden zu extremen Leistungen genötigt. Wenn sie diese nicht erbringen, haben sie ihr Leben oft auch verwirkt.
  • Auf dem Rückflug bleiben die Tauben weiterhin zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Nicht nur durch die von den Züchtern immer wieder gerne genannten Greifvögel tragen Schuld an hohen Verlusten, sondern auch Stromleitungen, Windenergieanlagen und der Autoverkehr.
  • Tauben, die sich verirren,  sind es nicht gewöhnt, sich selbst in freier Natur zu versorgen. Oft verdursten und verhungern sie oder sie sind so geschwächt, dass sie ein leichtes Opfer für Raubtiere werden.
  • Das Brieftaubenwesen von Heute ist längst nicht nur ein traditionelles Hobby sondern ein international blühendes Geschäft, bei dem viel Geld eingesetzt wird und verdient werden kann. Tauben, die begehrte Preise gewonnen haben, wechseln auch für große Summen den Besitzer. Wer das hier für übertrieben hält, kann sich gerne mal Auktionen anschauen oder die jährliche

Aus den besagten Gründen werden wir Tierschützer auch im kommenden Jahr keine Ruhe geben und wieder auf alle bestehenden Missstände im Brieftaubenwesen aufmerksam machen.

Liebe für Tauben ist nur dann wahre Liebe, wenn sie das Leben und Wohlergehen der Tiere schützt. Solange die Welt der Züchter das nicht versteht, werden wir auch bei der neuen Bewerbung für entsprechenden Gegenwind sorgen!

Verbotene Klebefalle in Düsseldorf ausgelegt

Klebefallen sind in Deutschland gesetzlich verboten, werden aber weiterhin von skrupellosen Menschen ausgelegt. Und wenn sie nicht gekauft werden können, stellen die betreffenden Personen eben eigene her.

Klebstoff in Klebefalle
Foto Tiernotruf.de: Zäigkeit des Klebstoffs in der Falle

Tatort der Tierquälerei: Immermann/Ostraße

In eine besonders „effektive“ Klebefalle, die in der Innenstadt Düsseldorf ausgelegt worden war, geriet eine Stadttaube auf der Futtersuche.

Der verwendete Klebstoff war dermaßen zäh, dass die Taube sich in der Falle so verfing, dass sie  selbständig nicht mehr aus der Klebemasse herauskam und möglicherweise tagelang in der Falle saß. Dort wäre sie jämmerlich verendet, wenn nicht beherzte Passanten den Tiernotruf von Stefan Bröckling verständigt hätten.

Taube in Klebefalle - Bild: Tiernotruf.de
Foto: Tiernotruf.de Bild der gefangenen Taube

Die Rettung erfolgte zwar noch rechtzeitig, aber das Federkleid der armen Taube war bis an die Flügel verklebt. Darum konnte das Tier keinesfalls freigelassen werden musste das Tier von Spezialisten gereinigt und medizinisch versorgt werden.

Die im Ausland erhältlichen Klebefallen richten sich laut Produktbeschreibung gegen Ratten, Mäuse oder Insekten. Natürlich sind Tauben und Wildvögel ebenso gefährdet.

Egal, um welche Tierart es sich sich handelt, wer diese Fallen in der Öffentlichkeit aufstellt, quält bewusst Tiere und verstößt damit auch ganz klar gegen § 1 des Tierschutzgesetzes. Ich finde, das geht zu weit und muss entsprechend bestraft werden.

NL Brieftaube im Düsseldorfer Volksgarten gesichert

Verhungerte Jungtaube aus Holland

Hurra, der Herbst ist da. Die Tage werden kürzer. Es kommen lange finstere Stunden. Manchen mag das betrüben, mich überhaupt nicht. Denn nun ist auch endlich wieder Schluss mit den unsäglichen Briefttaubenflügen.

Trotzdem sollte man die Augen nach beringten Tauben offen lassen. Beispielsweise in Parkanlagen. Ob im Hofgarten, am IHZ Park oder im Volksgarten. Da finden sie wenigstens Grün und Wasserstellen. Wenn sie nicht ein Greifvogel erwischt, können sie dort eine gewisse Zeit überleben – am ehesten aber dann, wenn sie Anschluss an einen Stadttaubenschwarm finden und lernen selbstständig auf Futtersuche zu gehen. Doch längst nicht alle verirrten/gestrandeten Brieftauben haben so viel Glück.

Brieftauben finden im Park

Die letzten Wochenenden brachten traumhaftes Wetter. Also genossen meine Freundin zusammen mit ihrer Mama und mir die wenigen freien Stunden, die uns derzeit bleiben, im Freien. Einfach mal etwas entspannen. Den Kopf frei machen von alltäglichen Sorgen. Irgendwo etwas essen oder trinken. Auch mal nicht an Tauben denken? Letzeres gelingt wohl nicht allzu lange….

Ausgehungerte niederländische junge Brieftaube von 2019

Auf dem Rückweg nach Hause entdeckte meine Freundin im Volksgarten ein ausgemergeltes Täubchen verzweifelt nach Essbaren in Lehm und Steinen. Bei der ersten Anfütterung mit Taubenpralinen pickte sie zwar gleich gierig los, ging aber bei weiterer Annäherung keinen Millimeter auf Distanz. Jede halbwegs fitte Stadttaube wäre sofort sofort abgeflogen, an Brieftauben kam ich kaum näher als zwei, drei Meter – dann war die weg. Das Täubchen konnte ich hingegen mit zwei Zugriffen sichern. Als ich sie in der Hand hielt, gab es so gut wie keine Gegenwehr – außer dass sie ein paar Knarzgeräusche als Protest von sich gab. Sie hatte einfach keine Kraft mehr.

Die Fakten zur Brieftaube

Laut Ringinformation war die  Reisetaube aus den Niederlanden und 2019 geboren. Eine Telefonnummer gab es nicht – weder am Ring noch als Stempel unter den Flügeln. Stattdessen tummelten sich dort unzählige Federlinge!

Ob sie geschickt (bei einem Flugwettbewerb) oder für einen Testflug eingesetzt worden war, keine Ahnung – ist mir auch egal. Das gesicherte Täubchen befand sich in einem so jämmerlichen Zustand, dass mit Sicherheit nicht mehr lange durchgehalten hätte. Der Fall zeigt mal wieder in aller Deutlichkeit, wie brutal und tierschutzwidrig das internationale Brieftaubenwesen ist. Die Niederländer  sind dabei noch viel krasser drauf als ihre deutschen Sportsfreunde. Tauben, die den Rückweg nicht schaffen, haben  ihre Bestimmung nicht erfüllt und können verrecken.

Zu Hause bekam die Taube eine kleine Grundversorgung mit Futter, Elektrolyten, Vitaminen und eine Kur gegen die lästigen Federparasiten. Da ich zu Hause noch eine PMV-Patientin betreue, musste ich die Brieftaube über Nacht isolieren.

Am nächsten Tag übergab ich sie an erfahrene Päppler, die sie besser versorgen können. Das alles, weil unsere Gesetze den schon lange nicht mehr zeitgemäßen und rein profitorientierten Reisetaubensport immer noch zulassen.